Millionen für eine Verlängerung

Das Förderband der Deponie Tüfentobel wird um 430 Meter verlängert. Das ist mit nur einer zusätzlichen Stütze möglich. Ist das Band wieder in Betrieb, transportiert es über 500 000 Tonnen Aushubmaterial direkt in die Deponie.

Dominik Bärlocher
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Die neue Stütze ist schräg nach vorne geneigt. So bleibt mehr Platz für den Aushub. (Bild: Urs Jaudas)

Die neue Stütze ist schräg nach vorne geneigt. So bleibt mehr Platz für den Aushub. (Bild: Urs Jaudas)

ENGELBURG. Seit beinahe einem Jahr kurven Lastwagen auf dem Gelände der Deponie Tüfentobel in Engelburg herum. Sie bringen Ladung um Ladung Erde und Gestein – in Fachkreisen «sauberer Aushub» genannt – von Baustellen in die Deponie. Dies, obwohl auf dem Gelände der Deponie ein Förderband besteht, das den sauberen Aushub zu seinem Endlager bringen soll. Doch die Materialtransportbahn steht seit Monaten still. Der Grund: Das Förderband wird verlängert, um die auf Baustellen anfallenden Abfälle an eine neue Abwurfstelle zu bringen. «Die alte Abwurfstelle kann nicht mehr genutzt werden, da ihre Kapazitätsgrenze erreicht ist», sagt Christian Helbig, Betriebsleiter der Deponie. Darum ist das Förderband derzeit im Umbau. Es wird um 430 Meter verlängert.

Die Arbeiten sollen bald abgeschlossen sein und die verlängerte Bahn wird im April in Betrieb genommen. Die Kosten des Projektes werden im Rahmen eines auf zehn Jahre angelegten Unterhalts-, Ersatz- und Erneuerungsprojekts von den Reserven der Deponie getragen (Tagblatt vom 27. August 2012). Für das ganze Projekt werden etwa zehn Millionen Franken benötigt. Vier Millionen davon werden für die Sanierung des Förderbandes aufgewendet.

Neue Stütze für bessere Füllung

Nach Abschluss der Erweiterung werden die Lastwagen, wie vor dem Beginn der Arbeiten, ihre Ladung wieder an einer zentralen Sammelstelle abliefern können. «Damit sparen die Lastwagenfahrer viel Zeit», sagt Helbig. Die Lastwagen schütten den sauberen Aushub in einen sogenannten Bunker. Von dort gelangt der Aushub auf das Förderband und von da zur Abwurfstelle. Im vergangenen Jahr wurden auch ohne Förderband 534 000 Tonnen Aushub auf der Deponie Tüfentobel abgeladen. Ab dem kommenden April soll diese Menge wieder von der Materialtransportbahn bewältigt werden.

Das neu verlängerte Förderband muss gestützt werden. Für die gesamten hinzugefügten 430 Meter ist aber lediglich eine zusätzliche Stütze nötig. «In einem Planentwurf waren zwei Stützen vorgesehen», sagt Helbig. Der Plan wurde überarbeitet, die Stütze höher gelegt und schräg nach vorne geneigt eingebaut. Damit erübrigt sich der Einbau einer zweiten. «Zudem wird es einfacher, die Abwurfstelle zu füllen», fügt Helbig an. Um die senkrechten Stützen habe sich stets eine Art Trichter gebildet. Dies könne nun nicht mehr vorkommen, und so bleibe mehr Platz für den sauberen Aushub.

Weitere Erweiterung unnötig

2010 ist das Band bereits einmal verlängert worden, nachdem es erst fünf Jahre zuvor in Betrieb genommen wurde. Bei der ersten Verlängerung wurde laut Christian Helbig etwa eine 220 Meter lange Strecke angefügt. Vor einem Jahr war die Abwurfstelle dann bereits wieder voll. «Diesmal haben wir einen Schritt weiter geplant», sagt der Betriebsleiter. Die Planung sei nun so ausgelegt, dass in den kommenden sechs bis acht Jahren keine weiteren Umbauarbeiten mehr nötig sein werden.

Doch ganz ohne zwischenzeitlichen Stillstand werden diese acht bis zehn Jahre nicht vorübergehen. «Reguläre Unterhaltsarbeiten fallen natürlich an», sagt Helbig.