Mildere Strafe für Käsermeister aus Benken

ST.GALLEN. Wegen mehrfacher Veruntreuung hat das Kantonsgericht St.Gallen einen Käsermeister aus Benken zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt. Das Kantonsgericht reduzierte mit seinem Urteil die Strafe des Kreisgerichts See-Gaster um einen Fünftel.

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Der Käsemeister soll Beiträge an Milchverbände unterschlagen haben. (Bild: Keystone/Symbolbild)

Der Käsemeister soll Beiträge an Milchverbände unterschlagen haben. (Bild: Keystone/Symbolbild)

Der Käsermeister hatte Bauern, die ihm Milch lieferten, einen Teil des Milchgelds abgezogen. Das Geld sollte an zwei Verbände gehen, die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost und die Genossenschaft Schweizer Milchproduzenten. Stattdessen investierte der Käsermeister dieses Geld in seinen eigenen Käsereibetrieb.

2005 zahlte der Käsermeister den Verbänden nach einem gerichtlichen Vergleich 100'000 Franken. 2009 reichten die beiden Milchverbände eine Strafklage ein, weil ihnen der Käsermeister weitere 350'000 Franken schulde. Das Kreisgericht See-Gaster sprach den Mann im September vergangenen Jahres der mehrfachen Veruntreuung schuldig.

Mehrfache Veruntreuung
Es verurteilte den Käsermeister zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten und zu einer Busse von 3000 Franken. Die Staatsanwaltschaft hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Gegen das erstinstanzliche Urteil legte der Käser Berufung ein.

Die Berufungsverhandlung wurde am Donnerstag in St.Gallen fortgesetzt und abgeschlossen, nachdem der Prozess wegen einer anberaumten Befragung eines Zeugen unterbrochen worden war. Das Kantonsgericht bestätigte nun das Urteil des Kreisgerichts in weiten Teilen. Im letzten Anklagezeitraum sprach es den Käser vom Vorwurf der Veruntreuung frei, weil es nicht erwiesen sei, dass er zu diesem Zeitpunkt noch für das Inkasso der Verbandsbeiträge verantwortlich war, wie das Kantonsgericht am Freitag mitteilte.

PMO-Konkurs
Es sprach den Käsermeister aber wie die Vorinstanz der mehrfachen Veruntreuung schuldig und reduzierte die bedingt ausgesprochene Strafe des Kreisgerichts um drei auf zwölf Monate. Auf eine Busse verzichtete das Kantonsgericht im Gegensatz zum Kreisgericht See-Gaster. Das Kantonsgerichtsurteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Benkner Käsermeister war auch in den Konkurs der Produzenten-Milchverwerter-Organisation (PMO) verwickelt. Durch den Konkurs verloren zahlreiche Milchbauern aus der Region, die sich zum Teil mehrere zehntausend Franken ans Bein streichen mussten. (sda)