Migros plant vielen zu gross

Der Herisauer Gemeinderat hat Einsprachen gegen das Migros-Projekt abgewiesen. Vielen ist der Neubau zu gross. Bald entscheidet der Einwohnerrat.

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Die Migros Herisau soll abgerissen und grösser neu gebaut werden. (Bild: Michael Genova)

Die Migros Herisau soll abgerissen und grösser neu gebaut werden. (Bild: Michael Genova)

HERISAU. Die Migros Herisau ist vielen Konsumenten aus Gossau und dem Raum St. Gallen ein Begriff: Wenn im katholischen Kanton St. Gallen die Läden wegen eines Feiertags geschlossen bleiben, flüchten sich viele ins nahe Ausserrhoden, um am freien Tag Grosseinkäufe zu erledigen. Nun soll die Migros abgerissen und auf der Fläche eines Fussballfelds neu gebaut werden. Das Grossprojekt stösst nicht nur auf Gegenliebe, wie die Debatte zeigt, die wieder aufgeflammt ist, nachdem der Gemeinderat drei Einsprachen abgewiesen hat.

Sorge um den «Brühlhof»

Die Bedenken betreffen zum einen das Ortsbild. Der Neubau wäre mit Abstand der grösste Bau im Herisauer Ortszentrum, zu seiner Realisierung müssten der bislang geschützte «Brühlhof» und ein stattlicher Mammutbaum weichen. Der Brühlhof spiele für das Ortsbild keine grosse Rolle mehr und der Baum habe schon bessere Zeiten gesehen, findet der Gemeinderat. Der Ausserrhoder Denkmalpfleger Fredi Altherr findet das «enorme Volumen» des Migros-Neubaus hingegen schwer verdaulich. Auch der Ausserrhoder Heimatschutz ist für ein kleineres Projekt und den Erhalt des «Brühlhofs». Und für den Mammutbaum hat sich schon bei der Bekanntgabe des Projekts eine Gruppe starkgemacht, die sich auch jetzt wieder zu Wort meldet.

Eine Migros – aber nicht mehr

Auch die Gewerbler stehen dem vorliegenden Migros-Projekt skeptisch gegenüber. Zwar teilen sie die Hoffnung, dass die Migros im Dorf auch weiterhin allen anderen Läden Kundenfrequenzen beschert. Allerdings plant die Migros nur die Hälfte des Neubaus selbst zu nutzen. Daneben will sie Wohnungen und Ladenflächen vermieten, was den Detailhändlern ein Dorn im Auge ist. Auch, weil in Herisau schon viele Ladenlokale leer stehen. Rolf Huber, Inhaber der Huber Mode AG, bringt die Sicht der Gewerbler auf den Punkt: «Die heutige Migros ist ein Frequenz-Bringer.» Aber: «Muss es wirklich so gross sein?»

Das Herisauer Gemeindeparlament, der Einwohnerrat, beschliesst am 6. Mai über die Schutzaufhebung für Brühlhof und Mammutbaum sowie über den Teilzonenplan. (mge/jw)