Migros im Otto's, Otto's im Tagblatt

Das ehemalige Ladenlokal des Billigwaren-Ladens Otto's Warenposten ist von der Migros gekauft worden. Was damit geschieht, will die Migros vorerst nicht sagen. Otto's richtet sich dafür fix in der ehemaligen Tagblatt-Druckerei ein.

Elisabeth Reisp
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Auf dem ehemaligen Areal von Otto's Warenposten entsteht wahrscheinlich eine Migros. Die Migros als neue Eigentümerin gibt sich aber bedeckt. (Bild: Urs Bucher)

Auf dem ehemaligen Areal von Otto's Warenposten entsteht wahrscheinlich eine Migros. Die Migros als neue Eigentümerin gibt sich aber bedeckt. (Bild: Urs Bucher)

Der Backsteinbau an der Fürstenlandstrasse 159 beherbergte lange Zeit Otto's Warenposten. Vor über einem Jahr ist der Billigwaren-Laden ein Stück weiter die Strasse rauf in die ehemalige Druckerei der Tagblatt Medien gezogen. Was als Provisorium gedacht war, soll jetzt ein langfristiges Projekt werden. Ein entsprechendes Baugesuch liegt bereits auf.

Eigener Parkplatz für Kunden

Der Innenbereich soll ausgebaut, der Eingangsbereich erneuert werden. Und auch die Parkplätze werden umgestaltet. Das Provisorium soll zu einem Definitivum werden. Von der Otto's AG konnte dies gestern nicht bestätigt werden. Solche Informationen brauchten eine längere interne Absprache, hiess es. Quellen, die namentlich nicht in Erscheinung treten wollen, bestätigen aber: Otto's Warenposten bleibt beim Tagblatt. Von mindestens zehn Jahren ist die Rede. Daher müssten auch die Parkplätze umgestaltet werden, die derzeit die Ein- und Ausfahrt mit dem Mitarbeiter-Parkplatz des Tagblatts teilen. Die derzeitige Lösung sei nur für das Provisorium bewilligt worden. Künftig sollen die Kunden des Warenpostens den Parkplatz über einen eigenen Zugang erreichen.

Projekt läge eigentlich vor

Die Pläne überraschen. Wollte Otto's doch eigentlich seine Liegenschaft an der Fürstenlandstrasse 159 umbauen, um sie dann selbst wieder zu nutzen. Ein fertiges Bauprojekt wurde vom Amt für Baubewilligungen vor einem Jahr genehmigt, wie Amtsleiter Ernst Michel bestätigt. Die Liegenschaft mitsamt bewilligtem Projekt hat die vormalige Besitzerin Egnot AG – ebenfalls ein Unternehmen der Otto's-Familie Ineichen – aber verkauft. Neue Eigentümerin ist die Genossenschaft Migros Ostschweiz. Das Grundbuchamt bestätigt den Eigentümerwechsel, die Migros Ostschweiz tut dies hingegen nur ungern, wie es scheint.

Auf Anfrage will die Migros Ostschweiz nichts zu ihren Plänen mit der Liegenschaft verraten. Es gebe noch kein konkretes Projekt, sagt Mediensprecher Andreas Bühler. Ein Supermarkt sei eine Möglichkeit, sagt Bühler weiter. «Solange jedoch nichts entschieden ist, machen wir keine Aussagen.» Auch auf die Frage, ob das Gebäude abgerissen wird, antwortet Bühler weder mit Ja noch Nein.

Wohnungen als Auflage

Das bewilligte Projekt, welches noch von der Otto's AG eingereicht wurde, sieht ein Ladenlokal, eine Tiefgarage und in den Obergeschossen gegen 17 Wohnungen vor. Die Wohneinheiten waren eine Auflage der Stadt, die dort eine Wohnnutzung erwartet. Und hier liege der Knochen wohl vergraben, wird hinter vorgehaltener Hand vermutet.

Jedenfalls sei das mit der Planung beauftragte Büro schon seit bald einem Jahr mit immer neuen Entwürfen beschäftigt, welche von der Migros offenbar jeweils verworfen wurden.

Stadt wartet auf nächsten Schritt

Ernst Michel wartet auf die Baueingabe der Migros. «Das Gebäude steht bereits über ein Jahr leer. Das ist für ein Quartier nicht ideal.» Es sei im Interesse der Stadt, dass das Gebäude wieder belebt werde. In absehbarer Zeit sollte etwas geschehen, sagt Michel. Die Migros könnte aber immer noch auf das bewilligte Projekt des Vorbesitzers zurückgreifen. Gemäss Michel ist die Bewilligung noch etwa zwei Jahre gültig.