Mieter schneiden günstig ab

ST.GALLEN. Wer in St. Gallen eine Wohnung mietet, zahlt weniger als in anderen Schweizer Städten und lebt günstiger als der landesweite Durchschnitt. Dieser Befund ist nicht neu, wird aber von den jüngsten Zahlen erneut bestätigt.

Roger Berhalter
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Wer nach St. Gallen zügelt, darf mit einer geringeren Miete rechnen als der Durchschnittsschweizer. (Bild: Luca Linder)

Wer nach St. Gallen zügelt, darf mit einer geringeren Miete rechnen als der Durchschnittsschweizer. (Bild: Luca Linder)

Knapp 1200 Franken: So viel Miete zahlen St. Gallerinnen und St. Galler im Durchschnitt pro Monat. Die neusten Zahlen der kantonalen Fachstelle für Statistik zeigen diese durchschnittlichen Mietpreise, aufgeschlüsselt nach Anzahl Zimmer: Von der 1-Zimmer-Wohnung, die in St. Gallen 621 Franken kostet, bis zur 6-Zimmer-Wohnung für knapp 2200 Franken (siehe Diagramm).

Die Zahlen geben die Situation zwischen 2011 und 2013 wieder und basieren auf der so genannten Strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik. Dieses befragt seit 2010 einmal pro Jahr insgesamt 200 000 Personen in der ganzen Schweiz, davon rund 2000 aus der Stadt St. Gallen. Aus dieser Stichprobe wird mit Hilfe statistischer Methoden auf die Gesamtheit geschlossen – im Gegensatz zur Volkszählung von früher, die zwar umfassend war, dafür nur alle zehn Jahre durchgeführt wurde.

Alle Mieten steigen

Vergleicht man die neusten Zahlen mit der letzten Volkszählung aus dem Jahr 2000, so zeigt sich, dass die Mieten seither deutlich gestiegen sind, über alle Wohnungsgrössen hinweg (und nicht nur in der Stadt). Die Verhältnisse im Kanton St. Gallen haben sich aber kaum geändert, weder im Vergleich zu anderen Kantonen noch gemessen am schweizerischen Durchschnitt. St. Galler zahlen nach wie vor deutlich weniger Miete als der Durchschnittsschweizer, egal wie viele Zimmer ihre Wohnung hat. Die kantonale Fachstelle für Statistik macht in ihrem Bericht zu den Mietpreisen ein Beispiel: «Eine 4-Zimmer-Wohnung in St. Gallen kostet etwa 200 Franken weniger als im gesamtschweizerischen Durchschnitt und gut 400 Franken weniger als in Zürich.» Die Mieter in der Stadt St. Gallen schneiden auch im Vergleich mit anderen grossen Schweizer Städten günstig ab.

Bruggen ist besonders billig

Schlüsselt man die städtischen Zahlen weiter auf, zeigen sich moderate Unterschiede zwischen den Quartieren, wie die Stadt in ihrer Broschüre «Stadt Statistik aktuell Nr. 13» schon im vergangenen September feststellte: «Die niedrigsten Mieten für grosse Wohnungen ab fünf Zimmer werden in Bruggen und Winkeln gezahlt.» Am meisten dieser grossen Wohnungen fänden sich in den Quartieren St. Georgen/Riethüsli und Rotmonten/Langgass-Heiligkreuz, während in der Innenstadt vor allem Haushalte mit einem oder zwei Zimmern zu finden seien.

Vor allem drei oder vier Zimmer

Wie gross eine Wohnung in Quadratmetern ist, wird zwar seit einigen Jahren erhoben, zeigt sich aber in den neusten Zahlen (noch) nicht. Entscheidend ist allein die Zahl der Zimmer. Hier herrschen in St. Gallen klare Verhältnisse: Von den gut 42 000 Wohnungen auf Stadtgebiet haben fast 25 000 (oder 60 Prozent) drei oder vier Zimmer. 20 Prozent der Wohnungen verfügen über ein oder zwei Zimmer, und weitere 20 Prozent haben fünf Zimmer oder mehr.

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