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METALLDIEBE: «Als hätte eine Bombe eingeschlagen»

Mit brachialer Gewalt gingen Diebe am Wochenende in Engelburg vor und raubten 1,5 Tonnen Nickel. Der Geschäftsführer der Firma befürchtet weitere Einbrüche.
Noemi Heule
Die Diebe rissen einen Tresor aus der Verankerung und schafften sich mit Gewalt zum Inhalt vor. (Bild: PD)

Die Diebe rissen einen Tresor aus der Verankerung und schafften sich mit Gewalt zum Inhalt vor. (Bild: PD)

Als die Mitarbeiter der Firma Stalder AG in Engelburg nach dem Wochenende an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten, erwartete sie dort ein erschreckendes Bild. «Als hätte eine Bombe eingeschlagen», fasst Geschäftsführer Christoph Stalder die Situation zusammen. In der Nacht auf Sonntag waren Diebe in die Firma eingestiegen und hatten sich mit «brachialer Gewalt» ans Werk gemacht, wie die Kantonspolizei mitteilt.

Sie brachen 15 Türen auf und durchforsteten sämtliche Büros nach Wertgegenständen. Auch ein 600 Kilogramm schwerer Tresor konnte den Dieben nicht standhalten. Sie brachen ihn aus der Wand, knackten den Panzerschrank und entwendeten Bargeld. Damit nicht genug: Auch elektronische Geräte und einen grauen Chrysler nahmen die Diebe – mindestens sechs an der Zahl – kurzerhand mit, wie Stalder ausführt. Er schätzt alleine den Sachschaden auf rund 70000 Franken. Zuvor waren die Einbrecher bereits in die Firma Krapf AG auf der gegenüberliegenden Strassenseite eingebrochen, wo sie unter anderem Werkzeug klauten, das sie auf ihrem weiteren Raubzug sogleich einsetzten.

Einbrecher hatten es auf Nickel abgesehen

Das eigentliche Ziel der Diebe aber dürfte ein anderes gewesen sein, nämlich Nickel. Insgesamt 1,5 Tonnen des Metalls im Wert von rund 24000 Franken erbeuteten sie in der Firma Stalder AG. Das Nickel stand dort in Form von Pellets, kleinen Kügelchen, für die Weiterverarbeitung bereit.

Die Einbrecher klauten 1,5 Tonnen Nickel in Form von Pellets, kleinen Kügelchen. (Bild: PD)

Die Einbrecher klauten 1,5 Tonnen Nickel in Form von Pellets, kleinen Kügelchen. (Bild: PD)

Christoph Stalder ist sich sicher: «Die Diebe zielen auf die ganze Branche.» Er ist Präsident von swissgalvanic, dem Branchenverband der Schweizerischen Galvanobetriebe. Rund 10 Mal sei es in den letzten drei Monaten innerhalb der Branche zu Einbrüchen gekommen. «Die Banden operieren für Auftraggeber im Ausland», sagt er. Dabei hätten sie es vor allem auf den Nickel abgesehen, welcher für die Veredelung von Oberflächen eingesetzt wird. Die Galvanotechnik bezeichnet ein Verfahren, in dem Oberflächen mit Metallen – etwa Zink oder Nickel – veredelt wird. Dafür werden sie zusammen mit dem Metall in ein elektrolytisches Bad getaucht. Durch den Strom bleibt das Metall an der zu beschichtenden Oberfläche haften. So kann diese beispielsweise vor Korrosion geschützt werden. «Die Einbrecher haben das Nickel direkt aus dem Chemiebad entwendet», sagt Stalder. Die Polizei geht davon aus, dass die Diebe das Metall mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen über die Laderampe mit einem Lieferwagen abtransportierten.
Christoph Stalder befürchtet, dass der Spuk noch nicht vorbei ist: «Die Erfahrung anderer Betriebe zeigt, dass die Diebe auf der Suche nach weiteren Wertstoffen zurückkehren», sagt er. Er will deshalb die Sicherheitsmassnahmen erhöhen. Unter der Woche ist die Firma aber ohnehin rund um die Uhr in Betrieb.

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