Meisterpokal hat einen Stellvertreter

Der Pokal für den Schweizer Fussballmeister, den der SC Brühl vor 100 Jahren gewonnen hat, ist nun seit zwei Wochen in einem Schaufenster bei Juwelier Frischknecht ausgestellt – und hätte das noch diese Woche sein sollen. Am Wochenende stand aber eine andere Trophäe in der Vitrine.

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René Hungerbühler Der Präsident des SC Brühl mit dem Meisterpokal von 1915 (Bild: Ralph Ribi)

René Hungerbühler Der Präsident des SC Brühl mit dem Meisterpokal von 1915 (Bild: Ralph Ribi)

Der Pokal für den Schweizer Fussballmeister, den der SC Brühl vor 100 Jahren gewonnen hat, ist nun seit zwei Wochen in einem Schaufenster bei Juwelier Frischknecht ausgestellt – und hätte das noch diese Woche sein sollen. Am Wochenende stand aber eine andere Trophäe in der Vitrine. SC-Brühl-Präsident René Hungerbühler erklärt, was es damit auf sich hat.

Herr Hungerbühler, wurde Ihnen der Meisterpokal gestohlen?

Nein. Zumindest hoffe ich, dass er auch heute an seinem Platz im Schaufenster steht. Er wird aus Sicherheitsgründen nach Ladenschluss in einem Tresor versorgt. Immerhin handelt es sich um den ältesten noch existierenden Fussballpokal der Schweiz. Während der Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden wird deshalb ein anderer Pokal ausgestellt.

Was für ein Pokal ist das?

Es ist ein Pokal für die Ostschweizer Meisterschaft, die Brühl von 1905 bis 1908 dreimal in Folge gewonnen hat. Er hat nicht mehr ganz frisch ausgesehen, das war also eine gute Gelegenheit, ihn von einem Juwelier polieren zu lassen.

Wo wird er aufbewahrt, wenn er nicht im Schaufenster steht?

Auf der Geschäftsstelle des SC Brühl. Er ist einer der wenigen Zeugen aus der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts, den wir noch haben. Denn ein grosser Teil unserer Geschichte ist beim Brand der Tribüne im Jahr 1958 zerstört worden. Diese Trophäe haben wir von einem privaten Besitzer geschenkt bekommen.

Der Meisterpokal wird sonst im Museum der Berner Young Boys aufbewahrt. Haben Sie überlegt, eine Kopie davon anfertigen zu lassen, solange er in St. Gallen ist?

Wir haben das intern tatsächlich besprochen. Aber wir haben noch nicht entschieden, ob wir das machen sollen oder nicht. Die Kosten für die Anfertigung einer Nachbildung haben wir ebenfalls noch nicht abgeklärt. Sie wären aber wohl nicht der Grund dafür oder dagegen.

Viel Zeit haben Sie nicht mehr. Er ist ja nur noch eine Woche hier.

Ja, am Samstag holt ihn YB-Präsident Werner Müller höchstpersönlich wieder ab. Ich hoffe einfach, dass uns YB in der ersten Cup-Hauptrunde zugelost wird. Dann wäre unser Meisterjubiläum perfekt. Zumal Servette, unser Finalgegner von 1915, nächste Saison in der Promotion League spielt. (dag)