Meister trainieren auch samstags

Es wird geschliffen, gehobelt und gefeilt – scheinbar ohne Ermüdung. An jedem der Tische ist ein Jungschreiner in seine Arbeit vertieft und es beschleicht einem rasch das Gefühl, die Konzentration im Raum fassen zu können.

Norina Furrer
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Thomas Vogler unterstützt die Lehrlinge bei ihren Projekten. (Bild: Norina Furrer)

Thomas Vogler unterstützt die Lehrlinge bei ihren Projekten. (Bild: Norina Furrer)

Es wird geschliffen, gehobelt und gefeilt – scheinbar ohne Ermüdung. An jedem der Tische ist ein Jungschreiner in seine Arbeit vertieft und es beschleicht einem rasch das Gefühl, die Konzentration im Raum fassen zu können. Gelbe Kopfhörer schützen vor dem Lärm der Maschinen und Arbeitskleidung vor den herumwirbelnden Hobelspänen.

Es ist Samstagnachmittag. Elf Schreinerlehrlinge aus dem Kanton St. Gallen trainieren in Gossau an den Wochenenden auf ein grosses Ziel hin – die Weltmeisterschaft der Berufe.

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«Bis dahin ist noch ein weiter Weg zu gehen», sagt Thomas Vogler, Berufsschullehrer und Trainer der St. Galler Schreinerlehrlinge. Die erste Hürde, die Sektionsmeisterschaft, ist aber geschafft. Von den 130 St. Galler Teilnehmern sind nur die hier anwesenden weitergekommen. «Nun trainieren wir auf die Swiss Skills, die Schreiner-Meisterschaften», sagt er. Zwölf Trainings fänden bis Ende März, jeweils samstags, statt. Nur wer an den Swiss Skills zu den Besten gehört, kann sich für die nationale Auswahl qualifizieren und im Jahr 2015 in Brasilien an den World Skills teilnehmen.

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Thomas Vogler trainiert bereits seit zwölf Jahren Jungschreiner für die Meisterschaften. «Das Schreinern, welches in den Betrieben gelernt wird, ist nicht dasselbe wie an den Wettkämpfen», sagt er. Auf Eigenheiten des Wettkampfs macht er die Jugendlichen aufmerksam. «Die grösste Herausforderung ist nicht das Handwerk, sondern die mentale Stärke», sagt Vogler. Natürlich freue er sich sehr über Erfolge an den Wettkämpfen, doch nicht dies mache seine Arbeit aus. «Ich finde es sagenhaft, junge Leute motiviert bei der Arbeit zu sehen», sagt er.

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Einer der anwesenden Jungschreiner ist Dominik Geisser aus Oberriet. Er sei besonders froh, einen Trainer wie Thomas Vogler zu haben. «Er weiss ganz genau, worauf in den Wettkämpfen geachtet wird, das bringt mir einen grossen Vorteil», sagt der 18-Jährige. Jetzt, da er die erste Runde überstanden habe, sei er noch motivierter bei der Sache. «Dies ist eine grosse Chance für mich», sagt Dominik Geisser. Ausserdem lerne er auch viel für seine Ausbildung als Schreiner. «Meine Familie ist sehr stolz auf mich und unterstützt mich, wo sie nur kann.» Wie seine Chancen für die Word Skills aussehen, kann der 18-Jährige nicht sagen. Er werde jedoch keine Mühe scheuen und jeden Samstag an den Trainings teilnehmen. «Träumen darf man immer», sagt er mit einem Lachen.