Meister im heimischen Ring

Zino Meuli setzt sich an den Schweizer Meisterschaften der Amateurboxer in St. Gallen durch. Der Lokalmatador sichert sich den Titel im Halbweltergewicht. Besir Vejseli enttäuscht im Halbfinal.

Andy Sager
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Sandra Steiner (rot) aus Zürich gewinnt gegen Sandra Roulet den Titel ihrer Kategorie bis 57 kg. (Bild: Michel Canonica)

Sandra Steiner (rot) aus Zürich gewinnt gegen Sandra Roulet den Titel ihrer Kategorie bis 57 kg. (Bild: Michel Canonica)

BOXEN. Er stieg als neuer Schweizer Meister aus dem Ring, obwohl sein gerade unterlegener Gegner eigentlich stärker einzustufen war. Er zeigte einen Kampf, den sein Vater später als «seinen besten» bezeichnete. Zino Meuli erkämpfte sich beim Amateurboxen den Schweizer-Meister-Titel im Halbweltergewicht bis 64 Kilogramm. Der Final in der alten Kreuzbleichehalle war hart umkämpft. Der Lutzenberger lag gegen Alain Chervet in der ersten Runde nach Punkten zurück. Doch in der Folge gelang es Meuli auszugleichen. «Und in den letzten dreissig Sekunden konnte ich noch die entscheidenden Treffer landen», sagte der St. Galler.

Technik und Schnelligkeit

Im Halbfinal setzte sich Meuli gegen den Westschweizer Meister Daniel Egbide durch. Technik und Schnelligkeit kamen dem Ostschweizer gegen den physisch starken Gegner zugute. Am Ende hatte Egbide 14 Treffer, Meuli 24.

Die Aufgabe im Final war ungleich schwieriger. Obwohl Meuli von einem «sehr schwierigen Gegner» spricht, kam der Erfolg für ihn nicht unerwartet. Sein Trainer sei mit dem Finaleinzug zufrieden gewesen. Der Boxer dachte, dass «da doch mehr gehen muss». Einen grossen Teil habe das Publikum beigetragen. «Ich hörte nur, wie die Leute meinen Namen schrien. Das mobilisierte meine letzten Kräfte. Am Ende war es reine Kopfsache. Ich habe mich geweigert zu verlieren», sagt Meuli. Der neue Schweizer Meister gewann mit 22:20 Punkten.

Vejseli disqualifiziert

Weniger erfolgreich verlief das Wochenende für Besir Vejseli. Der 21jährige St. Galler stieg im Halbfinal der Kategorie Weltergewicht bis 69 Kilogramm in den Ring. Nach der ersten Runde führte er gegen Vahram Khudeda nach Punkten. Doch die zweite Runde endete vorzeitig. Vejseli wurde disqualifiziert, nachdem ihn der Ringrichter mehrfach wegen unerlaubter Schläge verwarnt hatte.

«Mein Kopf hat abgeschaltet»

«Ich wollte Khudeda ausknocken. Der Sieg nach Punkten reichte mir nicht, ich wollte mehr. Mein Kopf hat plötzlich abgeschaltet», sagt Vejseli. Am Sonntag durfte er folglich nur noch zuschauen und sah im Final einen Gegner, den er hätte besiegen können. Enttäuscht gibt er zu: «Ich hätte bei weniger, bei Punkten, bleiben sollen. Ich habe den Sieg verschenkt.»

Zino Meuli (Bild: pd)

Zino Meuli (Bild: pd)