Mehr Wohnungen, höhere Kosten

27 statt 24 Millionen Franken Baukosten, vier zusätzliche Alterswohnungen: Beim Projekt Wohn- und Pflegezentrum in Mörschwil gibt es Änderungen. Am Dienstag informierte der Gemeinderat, Ende November entscheiden die Stimmbürger.

Martina Kaiser
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Auf der Burgerwiese entstehen 55 Pflegezimmer mit öffentlichem Restaurant (rechts) und zehn betreute Wohnungen sowie eine Arztpraxis (links). (Bild: Visualisierung: Gähler Architekten, St. Gallen)

Auf der Burgerwiese entstehen 55 Pflegezimmer mit öffentlichem Restaurant (rechts) und zehn betreute Wohnungen sowie eine Arztpraxis (links). (Bild: Visualisierung: Gähler Architekten, St. Gallen)

MÖRSCHWIL. Die Befürchtungen von Gemeindepräsident Paul Bühler sind unbegründet. Zumindest an der Orientierungsveranstaltung vom Dienstag. Keiner der vorwiegend betagten Mörschwilerinnen und Mörschwiler kritisiert die Höhe des Baukredits. Nur einer will wissen, warum es denn nun 27 und nicht 24 Millionen sind. Dennoch betont Bühler am Schluss der Veranstaltung, er habe «Riesenrespekt» vor der bevorstehenden Urnenabstimmung vom 25. November. Denn die 27 Millionen seien «ein grosser Brocken». Aber einer, der für die Realisierung des Projekts nun mal nötig sei.

Tagesstätte im Kindergarten?

Nötig, weil das Projekt angepasst worden ist. Die Kindertagesstätte soll nun doch nicht im Wohn- und Pflegezentrum auf der Burgerwiese gebaut werden. «Mit dem Standort war man ohnehin nicht ganz glücklich», wie Bühler sagt. Eine Tagesstätte soll es trotzdem geben. Im alten Gemeindehaus beispielsweise. Oder im Kindergarten Häftlibach. Beide Gebäude werden von der Schulgemeinde mit dem Bau des neuen Primarschulhauses nicht mehr benötigt. Anstelle der Kindertagesstätte sollen im Alters- und Pflegezentrum zwei weitere Alterswohnungen entstehen.

Leicht angepasst worden ist auch die Grösse des Gebäudes. Dadurch können nochmals zwei betreute Wohnungen realisiert werden. Insgesamt also zehn statt der bisherigen sechs. Dass die Stimmbürger an der ausserordentlichen Bürgerversammlung im Juni 2011 kritisierten, es entstünden zu wenig Alterswohnungen, sei sicher mit ein Grund für die Auslagerung der Kindertagesstätte, sagt Bühler.

Hinzu kommen Kosten für die Vergrösserung der Haustechnikzentrale und des Zivilschutzraumes. Letzteres sei wegen einer entsprechenden Gesetzesänderung nötig, sagt Diego Gähler vom gleichnamigen St. Galler Architekturbüro. Weiter fallen zusätzliche Umgebungskosten an: Für die Kindertagesstätte war laut Gähler ein «einfacher Vorplatz» geplant, mit den zusätzlichen Wohnungen sind nun aber «umfangreichere» Arbeiten nötig. Zudem sei die Bauteuerung um mehr als ein Prozent angestiegen. «All das macht 2,5 Millionen Franken aus», sagt Gähler. «Die restlichen knapp 2 Millionen Franken sind auf eine zu tief angesetzte Grobkostenschätzung zurückzuführen.» Somit betragen die Anlagekosten neu 28,5 Millionen Franken. Abzüglich des bereits gesprochenen Projektierungskredits von 1,3 Millionen ergibt das eine Summe von 27, 2 Millionen Franken.

Obwohl es der Gemeinde gutgehe, müssten wahrscheinlich 16 Millionen Franken Fremdkapital aufgenommen werden, sagt Bühler. Die Gemeinderechnung würde damit jährlich mit 300 000 bis 400 000 Franken belastet. Zum Vergleich: Für die neue Dreifachhalle fallen jährlich Zinsen von 800 000 Franken an.

Baubeginn im nächsten August

Abgesehen von den Kosten und der Auslagerung der Kindertagesstätte bleibt das Projekt so, wie es die Mörschwiler kennen. Im einen Gebäude entstehen die zehn Alterswohnungen und die Arztpraxis von David Roth, im anderen 55 Pflegezimmer, der Demenzgarten, das Restaurant mit Cafeteria, ein Raucher-, Andachts- und Mehrzweckraum sowie Büroräume. Die Zustimmung der Stimmbürger vorausgesetzt, könnte mit dem Bau im August 2013 begonnen, das Heim im August 2015 in Betrieb genommen werden.

Parkplätze und Nachtvorhänge

Nach knapp zwei Stunden Information über Projekt, Kosten, Konstruktion und Material bleibt der erwartete Fragenansturm aus. Einer möchte wissen, wo und wie viele Besucherparkplätze entstehen. Einen interessiert es, ob die Tiefgarage öffentlich ist, was Bühler noch nicht abschliessend beantworten kann. Und einer fragt sich, wie die Zimmer verdunkelt werden. Steuerfuss und Baukosten interessieren weniger.

Bild: MARTINA KAISER

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