Mehr Seenachtfest – mehr Risiko

Der Verkehrsverein Arbon tritt die Flucht nach vorne an: Er will das Seenachtfest mit Volksmusik aufpeppen. Sonst könnte sich das Modell totlaufen.

Max Eichenberger
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Peter Klöckler Eventmanager des Verkehrsvereins Arbon und Umgebung (Bild: me)

Peter Klöckler Eventmanager des Verkehrsvereins Arbon und Umgebung (Bild: me)

ARBON. Dagegen konnte auch Schlagerschätzchen Francine Jordi nicht ankommen: Eine regen-getrübte Schlagernacht riss vor vier Jahren dem organisierenden Verkehrsverein ein Loch in die Kasse. Der Auftakt zum Seenachtfest 2010 ging bachab. Das steckt heute offenbar noch in den Knochen. An der Jahresversammlung des Verkehrsvereins warnte Revisor Urs Aegerter nämlich eindringlich vor einer Neuauflage der Schlagernacht: «Das könnte einen herben Verlust absetzen.»

«Versuchen es noch einmal»

Tatsächlich plant der Verkehrsverein am ersten Juli-Wochenende neuerlich einen Volksmusik-Event am Freitag vor dem Seenachtfest: geprägt von österreichischem und innerschweizerischem Touch. «Wir wollen es nach der defizitären Premiere nochmals versuchen», sagte VVA-Eventmanager Peter Klöckler. Er versuchte Aegerters Befürchtungen zu entkräften. Man rechne zum einen mit höheren Einnahmen, zum anderen werde das Risiko einer Open-Air-Veranstaltung diesmal durch eine Schlechtwetterversicherung minimiert. Das koste die Veranstalter zwar 10 000 Franken, genau wie die analog abgeschlossene Versicherung für das Seenachtfest selber. Sollte es mehr als 15 Millimeter Niederschlag geben, kompensieren Versicherungsleistungen von je 100 000 Franken die möglichen Einnahmenausfälle. «Am besten wäre es für uns», meint Klöckler, «wenn es in St. Gallen, wo die Messstation steht, <schifft> und wir hier schönes Wetter hätten.»

Stadt redet auch mit

Vizestadtammann und VVA-Vorstandsmitglied Patrick Hug liess die Mitglieder wissen, es sei «ein grosser Wunsch des Stadtrates» gewesen, das Seenachtfest mit einer Schlagernacht aufzuwerten und das Programm auch zeitlich zu erstrecken. Der Stadtrat ist nicht nur im Vorstand, sondern unterstützt auch den Betrieb des Infocenters jährlich mit 70 000 Franken. Klöckler zufolge braucht das Seenachtfest neue Impulse, will es sich längerfristig halten. Zudem stehe die nötige Infrastruktur für den Volksmusikabend ohnehin bereit. Das Seenachtfest 2013 brachte trotz Konkurrenzveranstaltungen immerhin eine rote Null – bei geringem Verlust.

Sicherheit kostet immer mehr

Dass das Seenachtfest «ein Ausgabenproblem» hat, wie es Urs Aegerter formulierte, räumte Peter Klöckler indirekt ein: «Wir werden tatsächlich mit immer neuen Auflagen konfrontiert, die wir erfüllen müssen und die Zusatzkosten verursachen.» Insbesondere der Bereich Sicherheit schenke ständig mehr ein. Die Absicherung des Ufers, damit keine torkelnden Besucher in den See fallen, erwähnte Klöckler nur als eines von zahlreichen Beispielen.

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