Mehr "Schub" für Deutschkurse für Fremdsprachige

ST.GALLEN. Deutschkurse für Fremdsprachige werden im Kanton St.Gallen nach einem neuen Modell gefördert: Wer einen Kurs von 40 Lektionen absolviert, erhält einen Beitrag von 400 Franken an die Kosten. Die Gemeinden und der Bund stellen dafür 1,8 Millionen Franken zur Verfügung.

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Blick in einen Deutschkurs in St.Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Blick in einen Deutschkurs in St.Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Regierungsrat Martin Klöti und der Präsident der Vereinigung der St.Galler Gemeindepräsidenten (VSGP), Beat Tinner, stellten das neue, vereinheitlichte Modell am Mittwoch in Gossau vor. Das Ziel ist, dass noch mehr Menschen Deutschkurse besuchen, dass die Kurse überall angeboten und noch besser werden, sagte Klöti.

Schon bisher wurden Deutschkurse für Fremdsprachige in vielen Gemeinden angeboten. Neu werden die Kursbeiträge nach einem einheitlichen, einkommensabhängigen System gesprochen. Der Kanton und die Gemeinden wollen auf diese Weise den Anreiz zum Deutschlernen verbessern.

Für einen Kurs zu 40 Lektionen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Zustupf von 40 Franken. Dies entspricht etwa zwei Dritteln der Kurskosten. Wer danach weitere Kurse besucht, erhält die vollen Beiträge nur noch, wenn sein steuerbares Einkommen nicht über 35'000 Franken liegt.

Einkommensabhängig
Bei 80 Prozent der Teilnehmenden sei dies der Fall, sagte Ramona Giarraputo, Leiterin des kantonalen Kompetenzzentrums Integration und Gleichstellung. Wer mehr verdient, muss einen grösseren Anteil der Kurskosten selber bezahlen. Den 400-Franken-Bonus erhalten auch Personen, die einen Alphabetisierungs-Kurs besuchen.

Laut Giarraputo umfasst das «Zielpublikum» im Kanton St. Gallen mehrere 10'000 fremdsprachige Personen. Bisher besuchten pro Jahr rund 4000 Personen Kurse. Klöti und Tinner hoffen, dass das neue Beitragsmodell den Kursen zusätzlichen Schub gibt.

Beitrag zur Integration
Wichtig sei ein breites Kursangebot, das für alle bezahlbar sei, betonte Tinner. 22 Sprachschulen bieten bisher vom Kanton anerkannte Kurse an. Ein Ziel ist laut Klöti, dass möglichst in allen 77 Gemeinden Deutschkurse stattfinden. Dies soll einen Beitrag zur Integration leisten.

Vor der Medienkonferenz besuchten Klöti und Tinner zusammen mit Journalistinnen und Journalisten einen Deutschkurs für Mütter im Andreas-Zentrum in Gossau. Während der Lektionen werden die Kinder der Kursteilnehmerinnen in einem separaten Lokal betreut. (sda)

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