Mehr Rohre gegen nasse Keller

Nasse Keller machten den Traum vom Eigenheim für viele Bewohner des Wittenbacher Quartiers Betten Süd zum Ärgernis. Nun sind die Mängel bei der Entwässerung behoben. Dafür fällt die dritte Einzonungsetappe vorerst ins Wasser.

Johannes Wey
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Wenn das Wetter mitspielt, ziehen die Bauarbeiter noch dieses Jahr aus dem Quartier Betten Süd in Wittenbach ab. (Bild: David Suter)

Wenn das Wetter mitspielt, ziehen die Bauarbeiter noch dieses Jahr aus dem Quartier Betten Süd in Wittenbach ab. (Bild: David Suter)

WITTENBACH. Adriaan Spierings ist erleichtert. Die Gräben in den Strassen seines Wohnquartiers Betten Süd sind weitgehend verschlossen. In diesem Gebiet wurden zusätzliche Meteorwasserkanäle, Bypässe genannt, verlegt. Vorfälle wie vor drei Jahren sollen nun ausbleiben. Etwa Sieben Zentimeter Wasser hatte Spierings damals in der Garage seines Hauses stehen, das er erst im Jahr zuvor bezogen hatte. Damit hatte er noch Glück: Während andere Anwohner gleich mehrmals von eindringendem Wasser betroffen waren, fiel der Schaden bei ihm gering aus.

800 Stunden investiert

Nun hat die Fortimo, welche das Bauland erschlossen und verkauft hatte, die Kapazität der Kanalisation erhöht. Vorausgegangen waren langwierige Verhandlungen. Spierings gehörte zu der fünfköpfigen Gruppe, welche dabei die Interessen der Hauseigentümer vertreten hat. Zusammen haben sie rund 800 Arbeitsstunden investiert, sagt der Ingenieur. Für ihn und die anderen Hausbesitzer in Betten Süd ist die Angelegenheit also spätestens dann erledigt, wenn die beschlossenen Massnahmen, unter anderem am Bettenbach, umgesetzt sind und die Strasse wieder asphaltiert ist. Je nach Wetter könnte das noch dieses Jahr, sonst im kommenden Frühling der Fall sein.

Andere können die Angelegenheit allerdings noch nicht ganz zu den Akten legen. Die Bauherrin Fortimo, ein Bauunternehmen, die Versicherung des verantwortlichen Ingenieurs und die Gemeinde Wittenbach als bewilligende Behörde verhandeln noch über den Kostenteiler für die zusätzlichen Meteorleitungen. Rund 130 000 Franken betragen die Baukosten laut Fortimo-Geschäftsleitungsmitglied Lorenz Nef, dem Leiter des Bereichs Entwicklung.

Vorerst keine Einzonung

Die langwierigen Verhandlungen bleiben nicht ohne Konsequenzen. Zur Vorderen und Mittleren gesellt sich bis auf weiteres keine Hintere Bettenwiesenstrasse. Die Gemeinde stellte sich auf den Standpunkt, dass für die Regenwasserprobleme erst eine Lösung gefunden werden müsse, bevor man die Einzonung der im Richtplan vorgesehenen dritten Etappe von «Betten Süd» angehen kann. In der Zwischenzeit wurde das neue Raumplanungsgesetz angenommen, der Kanton überarbeitet derzeit seine Richtplanung. Bis diese rechtskräftig ist, darf nur noch Bauland eingezont werden, wenn im selben Ausmass auch ausgezont wird. «Und auszonen können wir derzeit nichts», sagt Gemeindepräsident Fredi Widmer.

Enttäuschte Interessenten

Für die Fortimo ist dies ärgerlich. Bis vor kurzem wurden die 24 Baulandparzellen unter www.bettenwiese.ch vermarktet, mit ähnlichem Erfolg wie bei den ersten beiden Etappen: Die meisten Parzellen waren bereits reserviert. Die Vermarktung wurde nun aber gestoppt und sämtliche Reservationen aufgehoben, wie Lorenz Nef sagt. «Viele der Interessenten waren sehr enttäuscht darüber.» Einige von ihnen würden sich nun anderweitig umsehen, andere warten, bis das Gebiet eingezont werden kann. Nef hofft, dass der neue Richtplan bald steht, damit die Einzonung vorgenommen werden kann. «Die dritte Etappe von <Betten Süd> ist ja von Seite der Gemeinde eigentlich unbestritten», sagt Nef.

Für Bewohner abgeschlossen

Adriaan Spierings betrifft dies nicht mehr. Und obwohl mit dem Hausbau viel Aufwand und mit den Verhandlungen auch einiger Ärger verbunden waren, würde er wieder in «Betten Süd» bauen. «In Wittenbach wusste man schon lange, dass auf dieser Wiese oft Wasser steht. Dies war jedoch nicht die Ursache für die Überschwemmungen, denn mit adäquaten technischen Mitteln lässt sich das Problem beheben.»