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Mehr Platz, mehr Schätze

ST.GALLEN. Eine «einmalige Chance» für die Region St. Gallen sei das neue Naturmuseum, findet naturgemäss das Ja-Komitee. Und erst noch günstig zu haben. Der Neubau im Neudorf würde die Stadtkasse mit knapp 20 Millionen Franken belasten.
Andreas Nagel
«Körperwelten» im Naturmuseum: Toni Bürgin, Veronica Hälg und Arno Noger (von links) lancieren den Abstimmungskampf im Depot. (Bild: Urs Bucher)

«Körperwelten» im Naturmuseum: Toni Bürgin, Veronica Hälg und Arno Noger (von links) lancieren den Abstimmungskampf im Depot. (Bild: Urs Bucher)

16 Grad kühl ist es in der Unterwelt des Naturmuseums. Den Besucher fröstelt's. Was aber weniger mit der Temperatur als den eingelagerten Exponaten zu tun hat. Eine Mischung aus Geisterbahn und Körperwelten. Hier ein heulender Wolf, dort ein siamesischer Ziegenkopf. Nachts geht da ausser Museumsdirektor Toni Bürgin kaum jemand freiwillig hin. Es sei denn gerade Museumsnacht.

Tausende Exponate fristen im beschriebenen Museumsdepot seit Jahrzehnten ein tristes Dasein und warten förmlich darauf, erweckt, mindestens entdeckt zu werden. Nur liessen dies die Platzverhältnisse im Museum bislang nicht zu, wie Arno Noger, Präsident der Stiftung Naturmuseum, an der gestrigen Medienorientierung des Komitees «Ja zum Naturmuseum am 25. November» in ebendiesen Katakomben symbolstark zu bedenken gibt.

Museum «zum halben Preis»

Im Neudorf sollen ein Teil dieser Schätze nun ans Licht geholt werden, in einem Neubau für knapp 40 Millionen Franken. Rund die Hälfte des Betrags hätte die Stadt zu tragen, 13 Millionen Franken hat die Walter und Verena Spühl-Stiftung zugesichert. Der Kanton, die Annahme der Vorlage durch das städtische Stimmvolk vorausgesetzt, will sich mit sieben Millionen Franken beteiligen. Das Stadtparlament hat dem Kredit im Mai klar zugestimmt. Gegen den Willen einzig der SVP, die sich vor allem aus finanziellen Überlegungen gegen das Vorhaben sträubt. Das von der ehemaligen CVP-Stadtparlamentarierin Veronica Hälg präsidierte Komitee ist politisch breit abgestützt. Ein prominent besetztes Patronatskomitee wurde zusätzlich ins Leben gerufen, um dem Projekt an der Urne zum Durchbruch zu verhelfen.

Trennung nach 90 Jahren

Mit dem Wegzug aus dem Stadtpark fände eine 90jährige, «historisch gewachsene Zwangsgemeinschaft» ein Ende, wie Arno Noger sagt. Seit 1922 hausen Natur- und Kunstmuseum unter einem Dach. Mit dem Effekt inzwischen, dass sich weder das eine noch das andere Museum so richtig entfalten kann.

Toni Bürgin will im Neudorf «mindestens eine Liga» aufsteigen und mit anderen Regionen gleichziehen. In den letzten Jahren seien zahlreiche Naturmuseen in der näheren Umgebung erneuert worden. Der Museumsdirektor erwähnt Winterthur, Frauenfeld, Chur. «Inatura» Dornbirn sei zusätzlich entstanden.

Shop, Café, Aussenanlage

Nebst mehr Platz soll das neue Naturmuseum auch ein breiteres Angebot erhalten. Vorgesehen sind ein Shop, ein Café, was längst zum Museumsstandard gehört und eine willkommene Einnahmequelle darstellt. Die Betriebs- kosten steigen gemäss Abstimmungsbüchlein von heute 1,3 auf 2,3 Millionen Franken. Auf der Einnahmenseite geht man dafür von deutlich höheren Besucherzahlen aus. Budgetiert sind 50 000 Eintritte jährlich. Aktuell sind es 30 000. Hinzu kommt eine Aussenanlage, die mit unterschiedlichen Themen bespielt werden soll. Bürgin rührt weiter die Werbetrommel: «Man kann künftig also auch bei schönem Wetter ins Museum!» Integriert ins Naturmuseum werde zudem die Vogelpflegestation, wo verletzte Vögel gepflegt und betreut würden.

Komitee-Präsidentin Veronica Hälg spricht von einer «Riesenchance» für die ganze Region und schwärmt insbesondere vom Kantonsrelief, dem «grössten interaktiven in der Schweiz», das zu einer Art Aushängeschild des neuen Museums werden soll. Selbiges ziert auch das Abstimmungsplakat und erfreut sich offenbar grosser Beliebtheit. Einige Abzüge seien gestohlen worden. Zu 250 Franken das Stück kann es aber auch käuflich erworben werden.

www.jaturmuseum.ch

Bild: ANDREAS NAGEL

Bild: ANDREAS NAGEL

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