Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Mehr Platz für die Seifen

Für Vasco Hebel läuft's wie geschmiert: Er hat sein Seifenmuseum aus seinem Kinderzimmer an die Rorschacher Strasse gezügelt. Und ausserdem am Wochenende bei einem Wettbewerb abgeräumt.
Malolo Kessler
Vasco Hebel am neuen Museumsstandort an der Rorschacher Strasse. Früher wurde in diesen Räumen illegalerweise Hanf angebaut. (Bild: Urs Bucher)

Vasco Hebel am neuen Museumsstandort an der Rorschacher Strasse. Früher wurde in diesen Räumen illegalerweise Hanf angebaut. (Bild: Urs Bucher)

Dieser Duft. Rosenblüten, Jasmin, Vergissmeinnicht, Lavendel, Bergamotte. Diese Farben, diese Formen: Seesterne, Schneeflocken und Schutzengel, Golfbälle, Gorillas und Gartenzwerge. Wer den Raum in einem Hinterhaus an der Rorschacher Strasse 135 betritt, befindet sich in einem Seifen-Sammelsurium. Es ist das Reich des St. Gallers Vasco Hebel, mit seinen zwölf Jahren der wohl jüngste Kurator der Schweiz. Unlängst hat er seine Seifensammlung aus seinem Kinderzimmer hierher gezügelt. Etwa 3000 Stück besitzt er, gezählt habe er sie «schon ewig nicht mehr», sagt Vasco Hebel.

Seifen statt Hanfpflanzen

Weniger lange ist es her, da roch es in dem Räumen, in denen sich Vasco Hebels Seifenmuseum jetzt befindet, wohl noch ganz anders. Anfang 2014 entdeckte die Polizei dort mehr als 300 Hanfpflanzen. Das Bild der Indooranlage, welches die Medien nach dem Fund veröffentlichten, hängt nun an einer Wand im Seifenmuseum.

Als Erinnerung daran, wie es hier einst ausgesehen hat. «Im Januar dieses Jahres konnten wir den Raum anmieten, in den Monaten darauf habe ich alles eigenhändig renoviert», erzählt Vasco Hebel. Nun stapeln sich in den selbstgezimmerten Regalen seine Sammelobjekte, säuberlich geordnet: Toilettenseifen, Kernseifen, Hotelseifen. Eine Ecke des Museums ist für regelmässig wechselnde Ausstellungen reserviert: Derzeit gibt es in dieser alles rund um Seifen aus Marseille zu sehen. Im ganzen Museum liegen da und dort weisse Handschuhe für die Besucher bereit: «Ich finde, Seifen muss man auch anfassen.»

Einen Ehrenplatz bekommen hat sein erstes Sammelobjekt. Gleich beim Eingang ist die Seife ausgestellt, die ihn 2011 in den Italien-Ferien zum Sammler machte. Eine schlichte, weisse Seife aus Imperia. Seither hat Vasco Hunderte Seifen gekauft und geschenkt bekommen, hatte Medienauftritte, war in vielen Seifenfabriken und hat am Wochenende mit seinem Seifenmuseum einen Wettbewerb gewonnen (siehe Kasten). «Es ist einfach eine Welt, die mir gefällt», sagt der Oberstufenschüler.

Eine eigene Küche

Zu sehen gibt es im Museum, das jeweils sonntags geöffnet ist, aber noch mehr als seine Seifen. Vasco Hebel zeigt beispielsweise auch Seifenstempel aus Messing sowie historische und aktuelle Bilder aus Seifenfabriken. Und er hat ein kleines Museumskino eingerichtet. Dort können die Besucherinnen und Besucher einen 30minütigen Film aus dem Jahre 1980 über die Seifenherstellung schauen. Auf ebenfalls selbstgezimmerten Sitzbänken – Vasco hat viel Herzblut und Geld in sein Museum gesteckt. Getragen wird es ausserdem von einem Verein, der mittlerweile etwa 70 Mitglieder zählt.

Überdies ist der Seifensammler auch ein junger Geschäftsmann: Beim Eingang hat er auf einem Korpus einen kleinen Museumsshop eingerichtet. Dort verkauft Vasco etwa selbstgestaltete Postkarten mit Fotografien zum Thema Seifen. «Das Fotografieren ist auch ein Hobby von mir», erklärt er. Ebenfalls im Shop erhältlich sind Necessaires, die er selbst genäht hat. Und dann gibt es natürlich Seifen. Diese produziert Vasco in einem Nebenraum des Museums, in der sogenannten Seifenküche. Dieses Jahr habe er bereits etwa 1800 Stück in verschiedensten Duftrichtungen gemacht, die er auch an Märkten verkauft. «Mein Ziel ist, nächstes Jahr so viele Seifen zu machen, dass ich einmal pro Monat damit an einen Markt fahren kann.»

Ein Kreis schliesst sich

Das ist viel Arbeit: «Ich schätze, dass ich für 240 Stück Seife insgesamt etwa zwölf Stunden brauche, aber verteilt auf mehrere Tage, da der Herstellungsprozess einfach eine gewisse Zeit benötigt.» So muss beispielsweise die Lauge abkühlen, die Seifen müssen fest werden, zudem muss dann der richtige Zeitpunkt zum Parfümieren erwischt werden. Und bei der Namensfindung für seine eigene Produktionslinie schloss sich schliesslich auch ein Kreis: Nachdem der Jungkurator vor Jahren seine Katze Saponetta genannt hat, heisst seine Seifenmarke nun «Die Katze».

Seifenmuseum St. Gallen Rorschacher Strasse 135. Offen: So, 11.00 bis 16.00 Uhr. www.seifenmuseum.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.