Mehr öffentliche Erdgeschosse

Mit dem Spanischen Clubhaus verschwindet weiteres Leben aus dem Quartier Bahnhof Nord. SP-Stadtparlamentarierin Doris Königer fordert den Stadtrat auf, für öffentliche Nutzungen einzustehen.

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Auch das Nachbargebäude des «Clubhauses» wird abgerissen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Auch das Nachbargebäude des «Clubhauses» wird abgerissen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Bahnhof Nord hat sich in den vergangenen Jahren fundamental verändert. Nun müssen auch das Spanische Clubhaus sowie der Altbau nebenan einem Neubau weichen: Die Familienausgleichskasse baut auf der Fläche der beiden Liegenschaften einen Bürobau. Die Entwicklung des ehemaligen Abbruchquartiers wird nun von SP-Stadtparlamentariern Doris Königer kritisiert. In einer Interpellation fordert sie «mehr öffentliches Leben beim Bahnhof Nord».

Stadt hat nicht interveniert

Königer erinnert in ihrem Vorstoss daran, dass die Stadt ein Vorkaufsrecht für die Liegenschaft des Spanischen Clubs hatte, dies aber nicht nutzte. «Damit wird das Klubhaus mit seiner langen Geschichte verschwinden.» Ob im Parterre des Gebäudes eine öffentliche Nutzung integriert wird, ist offen. Bereits die Erdgeschosse der beiden anderen Neubauten, der Fachhochschule und des KV-Schulungsgebäudes, seien zumindest grösstenteils nicht öffentlich nutzbar, schreibt Königer. Dabei sei dies eine breit anerkannte Forderung. «Ohne diese Elemente wirken Neubauquartiere verlassen und tot.» Abends scheint Doris Königer das Quartier Bahnhof Nord gar gespenstisch ruhig. Trotz der Lokremise als Magnet für Jung und Alt herrsche in der Umgebung kein städtisches Leben. Ursache ist für Königer auch ein Versäumnis der Stadt: Der Überbauungsplan Bahnhof Nord 2005 mache zwar Vorschriften zu Gebäudehöhen, Parkplätzen und Zufahrten. Nicht aber für die Nutzung. «So wie in der Altstadt der Wohnanteil hätte in dem Gebiet der Anteil öffentlicher Nutzungen im Erdgeschoss geregelt werden sollen.»

Versäumtes nachholen

Vom Stadtrat will Königer deshalb wissen, welche Möglichkeiten er sieht, öffentliche Nutzungen anzusiedeln. Und ob im Nachhinein noch Auflagen gemacht werden könnten. Falls nein, interessiert die Politikerin, ob sich die Stadt eine Beteiligung am geplanten Neubau vorstellen könnte. «Um im Erdgeschoss selbst eine öffentliche Nutzung einzurichten.» (sch)