Mehr Geld für Museen

Der Stadtrat hat eine Subventionserhöhung für Kunst- und Naturmuseum beantragt. Jene für das Kunstmuseum ist um ein Haar gekürzt worden

Elisabeth Reisp
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Der Stadtrat würde nicht derart hohe Subventionserhöhungen beantragen, hätte er nicht einen triftigen Beweggrund. Ob dieser triftige Grund aber wirklich bei beiden Museen zutraf, darüber waren sich die Parlamentarier gestern uneins.

Platzmangel seit 1937 bekannt

Im Kunklerbau im Stadtpark ist seit 1877 ein Museum untergebracht. Bereits 1937 stellte man fest, dass es nicht genug Platz für ein Museum hatte. Jahrzehntelang suchte man nach Lösungen, sie wurde mit der Idee eines Neubaus für das Naturmuseum gefunden. Die Strategie lautete: drei Museen, drei Häuser.

Vor sieben Jahren einigten sich Stadt und Kanton auf eine Aufgabenteilung im Bereich Kultur. Der Kanton sollte mit 70 Prozent den Hauptsubventionsanteil der Genossenschaft Konzert und Theater übernehmen, die Museen obliegen der Stadt. Die Stadt versprach, das Geld, welches sie nicht fürs Theater aufwerfen muss, in die Museen, mit Schwerpunkt beim Kunstmuseum, zu investieren.

Ab 2017, so der Stadtratsantrag, sollte die Subvention fürs Naturmuseum um 649 400 Franken auf jährlich 1,75 Million erhöht werden. Für das Kunstmuseum sollte die Subvention gar um 891 000 Franken auf 2,3 Millionen erhöht werden. Und hier hielten die Bürgerlichen und auch die Grünen den Finger drauf. «Zu viel», lautete der Tenor. Die SVP-Fraktion beantragte, die Subvention für das Kunstmuseum nur auf 2 Millionen zu erhöhen. Karin Winter, Sprecherin der SVP-Fraktion, räumte zwar ein, die Beiträge lägen im Rahmen der Schätzungen, es sei zurzeit aber nicht zweckmässig, in «Nice to have»-Projekte zu investieren. Sie machte auf drohende, noch nicht zu beziffernde Einbussen und Mehrkosten für die Stadtkasse aufmerksam, welche die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage bringen könnte. Winter: «Man denke nur an die veränderte Wirtschaftslage wegen des Euro oder die Flüchtlingsströme.»

«Wiederherstellung Status quo»

Die FDP-Fraktion sowie die CVP/EVP/BDP-Fraktion waren gespalten und unterstützten zum Teil den Antrag der SVP, der andere Teil stimmte dem Antrag des Stadtrates zu. Auch die Fraktion der Grüne/Junge Grüne/Grünliberale stand nicht geschlossen hinter dem Stadtrat.

SP-Parlamentarier Etrit Hasler brach schliesslich für den Antrag des Stadtrates eine Lanze, in- dem er seine Kollegen daran erinnerte: «Wir sprechen hier nicht über Subventionserhöhungen, sondern über die Wiederherstellung des Status quo in der Kulturförderung.»

Nach einiger Diskussion hiess das Parlament schliesslich doch alle Anträge des Stadtrates gut. Der Antrag der SVP-Fraktion, die Subventionserhöhung zu verkleinern, scheiterte. Allerdings sehr knapp.