Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Mehr Frauenpower

Der Frauenanteil im Stadtparlament steigt langsam, aber stetig an. Nach den Wahlen vom Sonntag ist er mit knapp 40 Prozent so hoch wie nie zuvor. Am meisten Frauen stellt die SP – gar mehr als Männer.
Christina Weder
Nach der Wahl: Genossinnen feiern mit Stadtparlamentarier Gallus Hufenus ihren Erfolg in der Stickerei. (Bild: Benjamin Manser)

Nach der Wahl: Genossinnen feiern mit Stadtparlamentarier Gallus Hufenus ihren Erfolg in der Stickerei. (Bild: Benjamin Manser)

Das neue Stadtparlament wird weiblicher. Sieben von zehn neu gewählten Ratsmitgliedern sind Frauen: Fünf stellt die SP, je eine stellen SVP und Junge Grüne. Es scheint, als wären die Parlamentarierinnen zünftig auf dem Vormarsch. Dieser Eindruck relativiert sich jedoch mit Blick auf die Zusammensetzung des Rats. Den sieben neu gewählten Frauen stehen fünf Bisherige gegenüber, die in der neuen Legislatur nicht mehr dabei sein werden. Zwei sind nicht mehr angetreten, drei wurden abgewählt – letztere aus der CVP.

Zwei zusätzliche Sitze für die Frauen

Insgesamt bleiben den Frauen also zwei zusätzliche Sitze. Neu sind 25 von 63 Sitzen in Frauenhand, bisher waren es 23 Sitze. Der Frauenanteil im Stadtparlament hat sich damit von 36,5 Prozent auf knapp 40 Prozent erhöht. «So hoch war er noch nie», sagt Stadtschreiber Manfred Linke. Der Frauenanteil steige langsam, aber stetig.

Im Vergleich mit Legislativen anderer Städte sind nur einzelne weiblicher als St. Gallen. Am höchsten ist der Frauenanteil in Bern und Genf mit 40 Prozent. In Chur beträgt er 28, in Luzern 33, in Winterthur 36,6 Prozent. Besonders tief ist der Frauenanteil auf Kantonsebene. Im St. Galler Kantonsrat beträgt er gerade einmal 18 Prozent.

Besonders erfolgreich waren die Genossinnen

Andrea Hornstein, Stadtparlamentarierin der Politischen Frauengruppe PFG, wertet den Frauenzuwachs im Stadtparlament als Erfolg: Das Ziel einer je hälftigen Vertretung beider Geschlechter sei zwar noch längst nicht erreicht, aber es gehe «in Schrittchen» voran.

Auffallend hoch ist der Frauenanteil bei den Linksparteien, bei den Sozialdemokraten und den Grünen. Besonders erfolgreich waren vorgestern Sonntag die Genossinnen. Die SP, mit 19 Sitzen inklusive Juso die stärkste Kraft, schickt neu mehr Frauen als Männer ins Stadtparlament: Auf 12 Parlamentarierinnen kommen 7 Parlamentarier. Auch auf den ersten Ersatzplätzen sind die Frauen gut vertreten.

«Wir haben unsere Hausaufgaben in Sachen Frauenförderung gemacht», sagt Peter Olibet, Präsident der städtischen SP. Anfangs seien separate Frauenlisten ein Erfolgsinstrument gewesen, damit mehr Frauen gewählt wurden. Solche Listen seien nun nicht mehr nötig. Die SP trat mit einer ausgeglichenen Liste zu diesen Wahlen an, auf der je 16 Frauen und Männer kandidierten. Peter Olibet ist zudem überzeugt: SP-Männer würden weniger «ellenbögeln» als Männer anderer Parteien. Das mache es für die Frauen einfacher.

Auch die SVP wird weiblicher

Doch auch in der männerdominierten SVP hat sich etwas getan. Fraktionspräsidentin Karin Winter-Dubs sass lange als einzige SVP-Frau im Rat, bis sie im Frühjahr Verstärkung erhielt. Sandra Steinemann rückte nach, und gestern schaffte auch die 25jährige Manuela Ronzani die Wahl. Der Frauenanteil der SVP-Ratsmitglieder stieg damit innerhalb eines halben Jahres von 11 auf 33 Prozent. Dafür sei keine Frauenförderung verantwortlich, sagt Winter-Dubs. Vielmehr sei das Ziel, die Jungen einzubinden.

Die SVP hat damit die CVP und FDP überholt, was den Frauenanteil betrifft. Bei den FDP-Ratsmitgliedern, die männlichen Zuwachs erhalten haben, sinkt der Frauenanteil auf 25 Prozent. Bei der gerupften CVP beträgt er noch 22 Prozent. Die CVP-Frauen waren besonders hart von den Sitzverlusten betroffen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.