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Mehr finanzielle Autonomie für die HSG

ST.GALLEN. Der Kanton St.Gallen muss sparen. Auch die Universität St.Gallen (HSG) erhält weniger Geld vom Staat. Damit die HSG im internationalen Bildungswettbewerb dennoch bestehen kann, wird ihre finanzielle Autonomie gestärkt und auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt.
Die Universität St.Gallen will finanziell weniger vom Kanton abhängig sein. (Bild: Urs Jaudas)

Die Universität St.Gallen will finanziell weniger vom Kanton abhängig sein. (Bild: Urs Jaudas)

Diese Grundlage sind mehrjährige Leistungsvereinbarungen mit dem Kanton, wie Stefan Kölliker, Regierungspräsident und Präsident des Universitätsrats, und Thomas Bieger, Rektor der Universität, am Donnerstag am Jahresmediengespräch der HSG in St.Gallen sagten.

An der HSG haben sich in diesem Sommer rund 7700 Studierende eingeschrieben. Die Universität hat internationale Strahlkraft und steuert gemäss Regierungsrat Kölliker über 200 Millionen Franken zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung bei. Rund die Hälfte ihrer Ausgaben kann die HSG mit Geldern der öffentlichen Hand decken.

Doch bereits bei den Sparpaketen I und II musste die HSG den Gürtel enger schnallen; sie leistete gemäss Kölliker einen Beitrag von 9 Millionen Franken. Mit dem Sparpaket III kommen ab 2014 weitere, 2 Millionen und ab 2016 gar 3,5 Millionen Franken hinzu, so Kölliker.

HSG will noch stärker forschen
Rektor Bieger sagte, die Institute der Hochschule St.Gallen hätten schon immer grosse finanzielle Autonomie gehabt. Mit den Leistungsvereinbarungen würde dies nun auf die gesamte HSG übertragen. So will die HSG in Zukunft verstärkt Transferforschung betreiben und strategische Partnerschaften mit Unternehmen eingehen.

Solche Partnerschaften ging die HSG bis heute beispielsweise ein mit SAP, Audi, SBB, BMW, Bosch und Hilti, wie Prorektor Forschung Torsten Tomczak sagte. Die Wahrung der Freiheit von Lehre und Forschung sei dabei jederzeit gegeben, sagte Bieger. Solche Partnerschaften könnten von der HSG sofort gekündigt werden.

Drei Doktorandenstellen
Was passiert bei einer solchen Zusammenarbeit? Die Forschungsergebnisse der HSG fliessen nicht oder nicht nur in elitäre Fachmagazine, sondern haben Praxisrelevanz und dienen den Unternehmen als Lösungen. Laut Tomczak sind Wissenschaftlichkeit und Praxisrelevanz gleichermassen wichtig für die Universität.

Für einen Forschungsauftrag, der im Minimum drei Jahre dauert, finanziert ein Unternehmen der HSG mindestens drei Doktorandenstellen. Laut Bieger sind das rund 250'000 Franken im Jahr. Die HSG führt beim Partner laut Tomczak keine Beratungen durch, sondern generiert neues Wissen für das Unternehmen.

Transferforschung
Die Wahrung der Freiheit von Forschung und Lehre. Das will die HSG hochhalten, auch bei der Transferforschung. Ein Professor der HSG führte für den Schweizerischen Gewerbeverband vor der Abstimmung vom 22. September über die 1:12-Initiative der Jungsozialisten eine Studie durch. Die Ergebnisse wurden Anfang Woche veröffentlicht.

Der Gewerbeverband «verkaufte» die Studie den Journalisten als ein Papier der Universität St.Gallen − und noch gleichentags sprach SP-Nationalrat Cédric Wehrmuth vor laufenden TV-Kameras von einer «Gefälligkeitsstudie» und suggerierte damit, die HSG sei käuflich.

Von der sda darauf angesprochen sagte Thomas Bieger am Donnerstag, die HSG-Leitung hätte die Wahrung der Freiheit dann nicht gewahrt, wenn sie dem Professor das Verfassen der Studie untersagt hätte. (sda)

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