Mehr Einbrüche im Kanton St.Gallen

ST.GALLEN. Im Kanton St. Gallen sind die Einbruch-Zahlen im vergangenen Jahr in die Höhe geschnellt. Die Vermögensdelikte nahmen gegenüber dem Vorjahr um 21,5 Prozent zu. Insgesamt wuchs die Zahl der Straftaten um 6,4 Prozent, wie die St.Galler Kantonspolizei am Montag mitteilte.

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Beamte der Kantonspolizei St.Gallen sichern Spuren eines Einbruches. (Bild: Urs Jaudas)

Beamte der Kantonspolizei St.Gallen sichern Spuren eines Einbruches. (Bild: Urs Jaudas)

Schweizweit nahm die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um 9 Prozent zu. Im Kanton St.Gallen ist die Zahl von 28'532 auf 30'345 Straftaten angestiegen. 45,9 Prozent dieser Straftaten konnten aufgeklärt werden.

Der Kanton St.Gallen gehöre zu den sichersten Kantonen der Schweiz, sagte Bruno Fehr, Chef der St.Galler Kriminalpolizei, vor den Medien. Die Kriminalitätsbelastung in der Stadt St.Gallen ist um 2,4 Prozent auf 94 Straftaten pro 1000 Einwohnern leicht angestiegen.

Im Kanton St.Gallen sind es 51 Straftaten pro 1000 Einwohner. Damit liegt die Belastung immer noch deutlich unter dem nationalen Durchschnitt von 77 Straftaten pro 1000 Einwohner.

In den Landregionen zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung: Währen im Linthgebiet-Toggenburg die Straftaten um 4,8 Prozent abgenommen haben, waren in den Regionen Bodensee-Rheintal (+11,6 Prozent), Werdenberg-Sarganserland (+9,4 Prozent) und Fürstenland-Neckertal (+7,4 Prozent) Zunahmen zu verzeichnen.

Mehr Einbrüche in grenznahen Gemeinden
Die steigenden Deliktszahlen seien in erster Linie mit Einbrüchen im Wohnbereich zu erklären, sagte Fehr. Knapp 300 Mal haben Einbrecher in den ersten drei Novemberwochen im Kanton St.Gallen zugeschlagen.

Die Einbruchswelle ebte auch in den folgenden Wochen nicht ab und schlägt sich nun in der Kriminalstatistik 2012 nieder. Die Einbruch− und Einschleichdiebstähle nahmen von 2308 auf 2804 um einen Fünftel zu.

Die Einbrecher hatten es in rund 48 Prozent der Fälle auf Einfamilien− und Mehrfamilienhäuser abgesehen. Betroffen gewesen seien vor allem grössere Gemeinden mit Zentrumsfunktion, sagte Bruno Fehr. Städte und Gemeinden in Grenznähe seien einem erhöhten Risiko ausgesetzt, von internationalen Banden heimgesucht zu werden.

Mit 69,5 Prozent machen die Vermögensdelikte den grössten Anteil der Straftaten aus. 2012 wurden 17'134 Straftaten gegen das Vermögen angezeigt, was einer Zunahme von 3 Prozent entspricht.

Eine starke Abnahme um 26,1 Prozent gab es bei den Fahrzeugaufbrüchen. Vor allem in der Stadt St.Gallen hätten die polizeilichen Überwachungsmassnahmen ihre Wirkung gezeigt, sagte Fehr.

Stark zugenommen haben die Betrugsfälle (+32,8 Prozent) und die missbräuchliche Datennutzung (+34,7 Prozent). Diese Entwicklung stehe vor allem im Zusammenhang mit Warenverkäufen im Internet und mit dem Skimming (Automatenbetrug). Trickbetrüger würden immer erfinderischer, sagte Fehr.

Stabile Zahlen bei Gewaltdelikten
Bei den Gewaltdelikten gab es eine leichte Abnahme von 2218 auf 2189 Fälle. Die Statistik weist sieben Tötungsdelikte (-61,1 Prozent) aus. Im vergangenen September wurde in Bad Ragaz ein 46-jähriger Mann mit Messerstichen getötet. In sechs Fällen blieb es beim Versuch.

Straftaten gegen die sexuelle Integrität nahmen gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent ab. Wegen sexuellen Handlungen mit oder vor Kindern gab es 29 Anzeigen (-40 Prozent).

Die Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz nahmen um 18,8 Prozent zu. 50,8 Prozent waren Konsumdelikte. Haschisch steht nach wie vor hoch im Kurs. 2012 hat die Kantonspolizei eine Tonne Haschisch sichergestellt sowie 19 Indoor− und vier Outdoor-Anlagen ausgehoben. (sda)

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