Mehr als jeder vierte Familiengarten ist gefährdet

Raumplanung Gegenwärtig stehen in der Stadt St. Gallen 210 000 Quadratmeter verteilt auf 18 Areale für die Nutzung als Familiengärten zur Verfügung.

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Raumplanung Gegenwärtig stehen in der Stadt St. Gallen 210 000 Quadratmeter verteilt auf 18 Areale für die Nutzung als Familiengärten zur Verfügung. Abzüglich der Gemeinschaftsflächen werden knapp 180 000 Quadratmeter von 1164 Pächterinnen und Pächtern auf 1528 Familiengartenparzellen bewirtschaftet. Elf Familiengartenareale, das sind rund 72 Prozent der Gesamtfläche mit 830 Pächterinnen und Pächtern liegen in der Grünzone A. Diese zonenkonformen Familiengartenareale gelten als gesichert, wie der Stadtrat auf eine Interpellation antwortete, die Ende Juni von Daniel Bertoldo (EVP) und Peter Olibet (SP) eingereicht worden war. Die übrigen sieben Familiengartenareale befinden sich innerhalb einer Bauzone. Dies bedeutet gemäss Interpellationsantwort, dass sie im Falle einer konkreten Bauabsicht aufgelöst werden könnten.

Die Interpellanten waren mit der Antwort des Stadtrates teilweise zufrieden; ihr Antrag auf Diskussion kam locker durch. Daniel Bertoldo widersprach dem Stadtrat, wonach die Familiengärten in der heutigen Zeit ein Ort der Freizeit und Erholung seien. Er wisse aus erster Hand, dass viele Pächter am liebsten die ganze Parzelle für den Gemüseanbau nutzen wollten statt wie vorgeschrieben auf einer Teilfläche Blumen anpflanzen müssen. Noch immer lieferte ein Familiengarten einen willkommenen Zustupf an den Mittagstisch, sagte Bertoldo.

Daniel Kehl (SP), der seinen Parteikollegen und Interpellanten Peter Olibet vertrat, sagte, Familiengärten seien ein guter Ort, um Flüchtlinge und Migranten zu integrieren. Viele Ausländer fänden im Familiengarten ein Stück Heimat in der Ferne. Kehl sagte, er begrüsse eine Verdichtung der Stadt gegen innen. Es sei aber darauf zu achten, dass ein Teil der Gärten in neue Überbauungen integriert würden, so wie es in der Antwort des Stadtrates geschrieben stehe. «Familiengärten gehören in die Quartiere und nicht an den Stadtrand», sagte Kehl.

Andreas Hobi (Grüne), wie Kehl selber Pächter eines Familiengartens, sagte: «Familiengärten sind die grüne Lunge der Stadt.» Ihnen sei deshalb Sorge zu tragen. (dwi)