Mehr als genug Zeit für Überprüfung

Selbstverständlich bin ich für einen neuen, lebendigen und autofreien Marktplatz. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass dieser mit der Vorlage erreicht werden kann, über die wir am 8. März abstimmen.

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Selbstverständlich bin ich für einen neuen, lebendigen und autofreien Marktplatz. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass dieser mit der Vorlage erreicht werden kann, über die wir am 8. März abstimmen. Für den ständigen Markt wurde keine Lösung gesucht, er wird schlicht und einfach gestrichen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf einem Marktplatz ohne ständigen Markt ein «lebendiges» und «pulsierendes» Zentrum entstehen kann. Wollen wir wirklich über 21 Millionen für eine teure Umgestaltung ausgeben, in der «Investitionen» in eine unterirdische Event-Location und eine bediente WC-Anlage enthalten sind, der ständige Markt – der eigentliche Begegnungsort – aber nicht einmal im Ansatz berücksichtigt wird?

Weiter stört mich, dass der Stadtrat, die Befürworter und sogar das St. Galler Tagblatt, das auch ein Ja empfiehlt (wieso eigentlich?), behaupten, dass der Marktplatz mit einem Ja autofrei wird. Dabei wird er so oder so autofrei. Die Aufhebung der 51 Parkplätze ist vom Stadtrat schon verfügt. Sind die sachlichen Argumente für ein Ja so schwach, dass diese tatsachenwidrige Behauptung dauernd wiederholt werden muss?

Schliesslich zum Argument, wir hätten keine Zeit mehr für ein neues Projekt: Da die Umsetzung sowieso erst ab 2019 vorgesehen ist, haben wir mehr als genug Zeit, um eine Lösung zu finden, die einen Mehrwert schafft und dem Namen «Markt»-platz gerecht wird. Ich stimme daher am 8. März Nein.

Reto Graf

Wolfgangstr. 24a, 9014 St. Gallen