Mehr als ein «Pflästerliclub»

GOSSAU. Samariterin Silvia Frei hat ein grosses Herz. Die Gossauerin befasst sich seit der Primarschule mit Erster Hilfe. Die Tätigkeit in der Help-Gruppe war für sie in der Berufswahl wegweisend.

Ralph Dietsche
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Samariterin Silvia Frei übt die Reanimation an einer Puppe. (Bild: Ralph Dietsche)

Samariterin Silvia Frei übt die Reanimation an einer Puppe. (Bild: Ralph Dietsche)

Sie leisten an Schwingfesten, Sportanlässen, Open Airs und Strassenfesten Erste Hilfe. Die Samariter von den örtlichen Vereinen. Eine ist die 29jährige Silvia Frei. «Es gibt doch nichts Schöneres, als einem Mitmenschen in einer Notsituation helfen zu können», strahlt sie und fügt an, «noch schöner ist es natürlich, wenn es ruhig bleibt und unsere Dienste erst gar nicht beansprucht werden.» Dann nutzt sie die Zeit, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen, die Samariterarbeit vorzustellen und aufzuzeigen, dass die heutigen Samaritervereine viel mehr als ein «Pflästerliclub» sind. «In gewissen Kreisen hält sich dieses Vorurteil hartnäckig. Sobald diese Leute aber einmal direkt mit uns zu tun hatten, haben sie ein anderes Bild von uns», sagt Silvia Frei.

Wegweisend für Berufswahl

Den Zugang zum Samariterverein fand die Gossauerin über die örtliche Help-Gruppe. «In der fünften Klasse erhielten wir einen Flyer mit der Einladung zu einem Schnuppernachmittag. Die Tätigkeitsbeschreibung hat mich sofort angesprochen», erinnert sich Silvia Frei. Viel mehr, als das «Help» helfen heisst, wusste sie damals nicht. Inzwischen ist sie selber Leiterin der Jungsamariter von Gossau und Umgebung und arbeitet zusätzlich in der Arbeitsgruppe Jugendarbeit des Samariterverbands SG/FL mit. Dort tauschen sich Help-Leiter aus und überlegen sich, wie sie auf spielerische Art Wissen vermitteln können und wie es möglich ist, die Help-Mitglieder zu fordern und zu fördern.

Für Silvia Frei war das Engagement in der Help-Gruppe rückblickend betrachtet wegweisend für die Berufswahl. «Das Vereinsumfeld öffnete mir eine ganz neue Welt. Ich merkte, dass mich das Gesundheitswesen interessiert, mir die Arbeit in der Gruppe gefällt und vor allem der soziale Teil auf mich einen besonderen Reiz ausübt», erzählt sie. So entschied sie sich gegen eine Lehre als Floristin oder Fotofachangestellte und bildete sich zur diplomierten Pflegefachfrau HF aus.

Für Ernstfall gewappnet

Heute arbeitet Silvia Frei zu 50 Prozent im Kantonsspital St. Gallen und zu 40 Prozent im Spital Herisau. Als Präsidentin des Samaritervereins Gossau ist bei Silvia Frei die Samariterarbeit täglich ein Thema. Auch wenn sie in der Freizeit ihr Fachwissen auf der Strasse noch nie anwenden musste, gibt ihr das monatliche Üben Sicherheit, für den Ernstfall gewappnet zu sein. Schliesslich kann immer und überall etwas passieren.

Samariterverein am Gossauer Strassenfest, 22. August