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MEDIZIN: Wenig Herzblut für Herzchirurgie

Das Kantonsspital St. Gallen strebt eine eigene Herzchirurgie an – und zwar ab 2022. Das Kantonsparlament erwärmt sich mässig bis gar nicht dafür. Nur die Freisinnigen verspüren Herzklopfen.
Regula Weik
Eingriff am Herz. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Eingriff am Herz. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Die FDP macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube: Sie freut sich über die Pläne des Kantonsspitals St.Gallen, eine eigene Bypass- und Herzklappenchirurgie anzustreben. Anfang Monat war bekannt geworden, dass die Geschäftsleitung der Regierung einen Leistungsauftrag für die neue Spitalliste ab 2022 beantragen will. Heute müssen sich St.Galler Patientinnen und Patienten, die Bypässe oder eine neue Herzklappe brauchen, auswärts behandeln lassen.

«Die Ostschweiz ist herzchirurgisches Niemandsland», hielten denn auch die Freisinnigen in der gestrigen Parlamentsdebatte fest. Mit einer St.Galler Herzchirurgie würden keine Überkapazitäten geschaffen; diese Frage müsse sich vielmehr Zürich gefallen lassen. Dort bieten heute vier Kliniken herzchirurgische Leistungen an.

Die grosse Mehrheit der St.Galler Herzpatienten lässt sich heute im Universitätsspital Zürich oder in der privaten Klinik Hirslanden Zürich behandeln. Nur ganz wenige fahren in den Thurgau ins Herz-Neuro-Zentrum Bodensee.

Herzchirurgie ist lukrativ

Es sind nicht allein medizinische Überlegungen, welche das Herz der Freisinnigen höher schlagen lassen – es sind auch pekuniäre. «Herzchirurgie zahlt sich aus», so die Fraktion. Deshalb seien auch derart viele private Kliniken in diesem Bereich tätig; von den aktuell 16 Herzzentren in der Schweiz haben sieben eine private Trägerschaft. Heute flössen «Millionen nach Zürich»; eine eigene Herzchirurgie brächte dem Kantonsspital jährliche Einnahmen von sieben Millionen Franken. Es sei deshalb auch Widerstand gegen eine St.Galler Herzchirurgie zu erwarten – «von auswärts und getrieben von Eigennutz», so die FDP.

«Nicht auf Kosten der Landspitäler»

Die übrigen Fraktionen sind weit zurückhaltender. CVP und Grünliberale ermutigten wohl das Kantonsspital, die Idee weiterzuverfolgen. Sie machten aber auch deutlich: Eine Herzchirurgie am Kantonsspital dürfte nicht auf Kosten der Landspitäler gehen. Und: Eine gesamtschweizerische Koordination der Angebote sei zwingend nötig, um Überkapazitäten zu verhindern.

SP und Grüne sehen keine Notwendigkeit für eine eigene Herzchirurgie. Die St.Galler Patienten seien bereits heute gut versorgt. SP und Grüne befürchten bei Einführung einer eigenen Herzchirurgie höhere Kosten; dies bekämen dann alle Prämienzahler zu spüren. Die Kosten führt auch die SVP gegen das Vorhaben ins Feld. Zudem solle das herzchirurgische Know-how weiter gebündelt und nicht weiter auseinandergerissen werden.

Wie beurteilt die Regierung die Pläne des Kantonsspitals? «Wir können, dürfen und wollen uns heute nicht positionieren», sagt Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. «Wir wollen juristisch nicht angreifbar werden.» Die Gesundheitschefin spricht damit die Spitalliste an. Die Regierung entscheidet jeweils, welcher Anbieter mit welchen Leistungen in die St.Galler Spitalliste aufgenommen werden – und welche nicht.

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