Maximale Lebensqualität bieten

Die Sankt Galler Stadtwerke (SGSW) liefern ihren Kunden in der Stadt und der Region Trinkwasser, Erdgas, Strom, Fernwärme und Infrastruktur für die Telekommunikation. Die SGSW machen keine Schlagzeilen – weil alles funktioniert.

Daniel Wirth
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Am Unteren Graben werden Leitungen für den Ausbau des Fernwärmenetzes Richtung Osten verlegt. (Bild: Urs Bucher)

Am Unteren Graben werden Leitungen für den Ausbau des Fernwärmenetzes Richtung Osten verlegt. (Bild: Urs Bucher)

Bei den SGSW stehen rund 300 Frauen und Männer im Lohn. Sie teilen sich knapp 260 Vollzeitstellen. Ihr Chef ist Ivo Schillig. Er offeriert dem Journalisten bei der Besprechung des Geschäftsberichts 2014 Wasser – kein Mineralwasser. Hahnenwasser. Es scheint, als wolle Schillig dokumentieren: Das Wasser, das die SGSW in Frasnacht im Bodensee fassen, aufbereiten und in die Stadt pumpen, ist von guter Qualität. Er hat recht. Auch wenn er sagt, die Stadtwerke sorgten nicht für Schlagzeilen, und das sei auch gut so, dann funktioniere alles. Selbstverständlich drehen wir den Wasserhahn auf, ohne nachzudenken stecken wir x-mal am Tag einen Stecker in eine Steckdose, dass die Bodenfliesen im Badzimmer am Morgen warm sind, ist ohnehin ganz normal, und dass das Internet daheim schnell ist, wird einfach erwartet. Im Editorial zum Geschäftsbericht heisst es: «Die Zukunft der Städte ist smart. Die Sankt Galler Stadtwerke schaffen mit dem Bau von Infrastruktur die Grundlage für die Smart City St. Gallen.» Das heisst mit den Worten Ivo Schilligs: «Wir wollen den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt maximale Lebensqualität bei minimalem Ressourcenverbrauch bieten.»

Sechs Milliarden Liter Wasser

Im vergangenen Jahr lieferten die SGSW ihren Kunden rund sechs Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Das sind sechs Milliarden Liter und etwas weniger als im Jahr zuvor.

Beim Erdgas, das die SGSW bei der Erdgas Ostschweiz AG beschaffen, ging der Absatz 2014 von über einer Milliarde retour auf rund 950 000 Megawattstunden. Diesem Erdgas wurden 13 000 Megawattstunden Biogas beigemischt. Um die im Energiekonzept 2050 formulierten Ziele erreichen zu können, muss der Biogas-Anteil schrittweise erhöht werden.

Ebenfalls rückläufig war der Absatz elektrischer Energie. Er schrumpfte von rund 520 000 auf gut eine halbe Million Megawattstunden. Im Geschäftsbericht 2014 der SGSW wird neu das Kleinwasserkraftwerk Morgental in Steinach beschrieben: Gereinigtes Abwasser schiesst von der ARA Hofen über fünf Kilometer mit 190 Meter Höhenunterschied in die Tiefe; in Steinach wird die kinetische Energie des Abwassers in Elektrizität für 1050 Haushaltungen umgewandelt.

Fernwärmenetz ausbauen

Gegenwärtig bauen die SGSW das Fernwärmenetz aus. Nach dem Aus des Geothermieprojekts (siehe Zweittext) nimmt das Kehrichtheizkraftwerk (KHK) im Sittertobel bei der Fernwärme eine noch bedeutendere Rolle ein. Gemäss Schillig wird in Zukunft im Winter im KHK der Dampf verstärkt in Fernwärme umgewandelt und weniger in Strom, weil der Wirkungsgrad bei der Wärme viel höher ist. Um die Ziele des Energiekonzepts 2050 ganz ohne Tiefenwärme erreichen zu können, braucht es gemäss Schillig den Bau neuer Fernwärmezentralen in der Stadt. Noch in diesem Jahr wollen die SGSW die Olma-Hallen ans Netz nehmen.

Für Schillig ist der Ausbau des Glasfasernetzes enorm wichtig für St. Gallen. Für eine Bildungsstadt seien gute Kommunikationsverbindungen unerlässlich.