Maturitätsschule bleibt selbständig

ST.GALLEN. Wäre es nicht sinnvoll, die Interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene als eigene Abteilung in die Kantonsschulen St. Gallen und Sargans zu integrieren? Die Frage hat ein Freisinniger Kantonsrat aufgeworfen. Die Regierung verneint.

Regula Weik
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ST. GALLEN. Schulstandorte beschäftigen immer wieder die St. Galler Politik. So war es in der Sparsession, als das Kantonsparlament die beiden Standorte Heerbrugg und Wattwil der Wirtschaftsmittelschule auflöste. So geschieht es auch in einem Vorstoss von Arno Noger zur Interstaatlichen Maturitätsschule für Erwachsene (Isme).

Der Freisinnige Stadtsanktgaller Kantonsrat wirft die Frage auf, ob die Interstaatliche Maturitätsschule nicht als eigene Abteilung in die jeweilige örtliche Kantonsschule integriert werden sollte; die Isme unterrichtet heute in St. Gallen und Sargans – in Räumen der Kantonsschule.

Kaum Synergien

Die Regierung ist von der Frage nicht überrumpelt. Eine solche Integration ist in den vergangenen Sparrunden geprüft worden – mit dem Ergebnis: Die Integration der Interstaatlichen Maturitätsschule in die Mittelschulen würde kaum Synergien und Einsparungen bringen; der Grund: Ihre Lehrgänge decken sich nicht mit jenen der Mittelschulen. Es müsste vielmehr an den Kantonsschulen in St. Gallen und Sargans je eine neue Abteilung mit je drei Lehrgängen geschaffen werden.

Gibt es bei der jetzigen Organisation Sparpotenzial? «Es kann weder bei den Angeboten noch den Strukturen gespart werden, ohne dass damit ein Leistungsabbau einherginge», hält die Regierung in ihrer Antwort fest.

Andere Lehrgänge gefragter

Arno Noger stellt in seinem Vorstoss auch fest: Die ursprüngliche Aufgabe der Interstaatlichen Maturitätsschule für Erwachsene, nämlich als zweiter Bildungsweg den Zugang zur Universität zu ermöglichen, habe zahlenmässig gegenüber den andern Angeboten der Schule verloren – gegenüber dem Modullehrgang, der Interessierte auf den Eintritt in die Pädagogischen Hochschule vorbereitet, und gegenüber dem Passerellen-Angebot, das Berufsmaturanden den Zugang zur Universität möglich macht.

Der Maturitätslehrgang umfasst laut Regierung durchschnittlich zwölf Klassen, der Modullehrgang und der Passerellen-Lehrgang je fünf Klassen.

Passerelle: Ein Erfolgsmodell

Auch die Regierung stellt fest: Die Schülerzahlen der Zweitweg- oder Erwachsenenmatura sind rückläufig. Der Passerellen-Lehrgang gilt als Erfolgsmodell. Zurzeit werde auf nationaler Ebene diskutiert und gefordert, diesen Lehrgang auch für Absolventinnen und Absolventen der Fachmaturitätsschulen zu öffnen. Dies würde wohl zu einem Anstieg der Schülerzahlen führen. Die Attraktivität des Modullehrgangs schliesslich hängt stark von der Stellensituation im Lehrerberuf ab. Die Regierung erwartet gesamthaft denn auch keine allzu grossen Veränderungen bei den Schülerzahlen. In nächster Zeit würden auch keine neuen Lehrgänge entwickelt.

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