Massnahmen für eine attraktive Innenstadt

Christina Weder
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Ausgestorbene Gassen und leere Läden will niemand. An den vier Foren «Zukunft St. Galler Innenstadt» sind über 300 Ideen zusammengekommen, wie der negative Entwicklungstrend gestoppt werden könnte. Die Ideen wurden zu zehn Massnahmenfeldern gebündelt:

City-Manager Der Auftritt der St. Galler Innenstadt soll eigenständig daherkommen. Und er soll «peppiger» werden, wie Isabel Schorer, Leiterin der Standortförderung, sagt. Dafür braucht es eine Koordinationsstelle, die sich ums Marketing kümmert, Zuständigkeiten klärt und «Projekte zur Steigerung des Einkaufserlebnisses» umsetzt.

Digitale Vernetzung Die Geschäfte der Innenstadt könnten sich die digitalen Medien besser zunutze machen. Die Frage ist nur, wie. Erste Ideen sind vorhanden. Geprüft wird etwa ein ladenübergreifendes Bonussystem für Kundinnen und Kunden von Innenstadtgeschäften. Erste Erfahrungen mit einer entsprechenden App sind in deutschen Städten gemacht worden.

Nutzung und Gestaltung Aussenraum Eine Arbeitsgruppe analysiert öffentliche und private Plätze und überprüft, wie diese flexibel genutzt werden könnten. Es geht um Gastronomiekonzepte, Bewilligungen und Gebühren. Und es geht darum, ob sich Märkte und Sitzgelegenheiten an geeigneten Standorten befinden.

Öffnungszeiten Im Internet kann man rund um die Uhr shoppen. In den Läden der Innenstadt ist das nicht möglich. Werktags sind sie bis 19 Uhr geöffnet – ausser am Donnerstag. Eine Arbeitsgruppe befasst sich damit, ob die aktuelle Gesetzgebung den veränderten Lebensgewohnheiten noch Rechnung trägt. Sie prüft Massnahmen wie Night Shopping oder Sonntagsverkäufe.

Parkierungssituation Seit Jahren wird in der Stadt kontrovers über die Parkplatzsituation diskutiert. Da erstaunt nicht, dass sie auch auf der Liste «Zukunft St. Galler Innenstadt» auftaucht. Eine Arbeitsgruppe prüft Verbesserungen für Kunden, aber auch für den Güterumschlag. Und sie zieht Angebote in Betracht wie Kurierdienste für Einkäufe und Lieferungen direkt nach Hause.

Koordination und Kommunikation Die zehn Arbeitsgruppen sollen nicht einfach alleine vor sich hinbrüten. Um den Austausch zu ermöglichen, wird eine Stelle für Koordination und Kommunikation geschaffen. Sie ist bei der Standortförderung und bei Pro City angesiedelt und organisiert halbjährlich ein Forum für alle Beteiligten.

Signaletik Ortsfremde Besucherinnerinnen und Besucher bekunden immer wieder Mühe, sich in der Innenstadt zurechtzufinden. Eine Arbeitsgruppe untersucht, ob die Ausschilderung verbessert werden könnte.

Smart Mobility als Attraktion Neuheiten aus dem Bereich «Digitalisierung und Mobilität» sollen als Attraktion genutzt werden. Das ist Zukunftsmusik. Es geht um ferngesteuerte Busse in der Innenstadt und um Roboter, die Einkäufe nach Hause tragen.

Touristische Aktivitäten und Angebote Untersuchungen zeigen: Touristen geben pro Tag mehr Geld aus als die einheimische Bevölkerung. Deshalb soll das Potenzial der internationalen Gäste besser genutzt werden. Gefragt sind Massnahmen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, wie Stadtpläne mit Insider-Informationen oder besondere Stadtführungen und -erlebnisse.

Zwischennutzungen Das Lädelisterben ist in aller Munde. In leer stehenden Ladenlokalen sollen Zwischennutzungen besser ermöglicht werden. Getestet werden auch neue Konzepte wie «Pop-up-Stores» (Kurzzeit-Läden) oder «Shop-Sharing» (mehrere Anbieter in einem Laden).

Christina Weder

christina.weder@tagblatt.ch