Massive Kritik am HSG-Symposium

Mitte Mai findet an der Universität wieder das St. Gallen Symposium statt. Es ist die 46. Auflage. Dem Grossanlass sagt jetzt in einer Mitteilung wieder das Bündnis «Smash little WEF» den Kampf an.

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Die autonome Kundgebung gegen das St. Gallen Symposium von Anfang Mai 2015. (Archivbild: Ralph Ribi)

Die autonome Kundgebung gegen das St. Gallen Symposium von Anfang Mai 2015. (Archivbild: Ralph Ribi)

Das HSG-Symposium, das seit 1969 von einem Studentenkomitee organisiert wird, bringt auch in diesem Jahr – gemäss Eigenwerbung – «rund 600 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft mit 200 Studierenden und jungen Leistungsträgern aus über 60 Ländern auf dem Campus der Universität St. Gallen zusammen». Gewidmet ist der Anlass vom 11. bis 13. Mai den Grenzen des Wachstums.

Bündnis geht in die Opposition

Während der Anlass bis in die 90er-Jahre hinein in der lokalen Öffentlichkeit grossmehrheitlich kein Thema und unbestritten war, ist seit einigen Jahren auch öffentliche Opposition zu hören. Die Kritiker – gemäss einer Mitteilung vom Donnerstag handelt es sich um Einzelpersonen – haben sich im Bündnis «Smash little WEF» zusammengetan. Es will von Anfang bis Mitte Mai mit Vorträgen, Konzerten und allenfalls mit einer Demonstration in der Innenstadt seine Kritik am HSG-Grossanlass kundtun.

Am Volk vorbei

Der Standort der Universität St. Gallen seit 1963 steht für das oppositionelle Bündnis sinnbildlich für das, was auch am Symposium falsch läuft. Die HSG throne auf dem Rosenberg, der im Volksmund auch als «Bonzenalp» oder «Bonzenhügel» bekannt sei. Die Uni stehe mitten im Einfamilienhaus-Quartier, wirke «irgendwie abgeschottet vom Rest der Welt» und blicke «auf das normale Volk herab». Die einstige Handelsakademie sei «heute stolze Kaderschmiede für den Hedgefonds-Manager, die Spekulantin und den Banker von morgen», kritisiert das Oppositionsbündnis «Smash little WEF» in seiner Mitteilung.

Genau wie am «grossen WEF» in Davos diskutierten in St. Gallen Mitte Mai auch wieder «allerlei dubiose Gestalten, die sogenannten <Leaders of today>, hinter verschlossenen Türen über Themen, die eigentlich alle angingen», schreibt die Opposition. Das Symposium sei nicht mehr als «ein neoliberales Elite- und Vernetzungstreffen». Hier gäben nicht die wahren Bedürfnisse der Menschen den Ton an, sondern es gehe rein um die Logik der Profitmaximierung.

Oben und unten

Für das oppositionelle Bündnis ist das St. Gallen Symposium ein Symbol für die politischen Widersprüche und Konflikte «zwischen oben (jenen, die herrschen, das Geld und die Macht haben) und unten (jenen, die den ganzen Tag ackern und die Traurigkeit und Härte der organisierten Konkurrenz der freien Marktwirtschaft tagtäglich am eigenen Leib zu spüren bekommen)». Mit dem Symposium werde genau das «auf dem Servierteller präsentiert, was ein schönes Leben für alle verhindert», glaubt das oppositionelle Bündnis. Nämlich «ein gewalttätiges Wirtschaftssystem, das auf private Profitmaximierung, Ausbeutung und Konkurrenzdenken ausgerichtet ist und nicht auf die Bedürfnisse aller Menschen». (pd/vre)

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