Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

MARSCHRICHTUNG: Die Marke St. Gallen schärfen

Rund 100 Tage ist Thomas Kirchhofer als Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus im Amt. Gestern legte er im Stadthaus dar, wohin er den Tourismusverein bringen will – und wo es bis jetzt noch hapert.
Luca Ghiselli
Präsentierte seine Visionen für die Region: Thomas Kirchhofer, Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus. (Bild: Hanspeter Schiess)

Präsentierte seine Visionen für die Region: Thomas Kirchhofer, Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus. (Bild: Hanspeter Schiess)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Es war ein Abgang mit Nachhall: Im Mai wurde bekannt, dass Frank Bumann seinen Posten als Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus räumen würde – auch wegen struktureller Schwierigkeiten. Klar war schon damals: Sein Nachfolger wird keine einfache Aufgabe haben. Auf Bumann folgte Anfang August Thomas Kirchhofer. Nun ist der ehemalige Tourismusdirektor von Pontresina seit 100 Tagen im Amt. Grund genug, seine Eindrücke aus dieser ersten Phase zu teilen und aufzuzeigen, in welche Richtung er St. Gallen-Bodensee Tourismus in den kommenden Jahren entwickeln will. Kirchhofer tat das gestern Morgen im Festsaal des Stadthauses vor rund 80 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Hotellerie.

Er fühle sich seinen Vorfahren, die in der Stadt wirkten, verpflichtet, sagte Kirchhofer. Nach einigen Wochen der Orientierung und Bewertung der Organisation konnte der neue Direktor bereits einige Erkenntnisse präsentieren. «Ich weiss, in welche Richtung wir uns entwickeln sollten», sagte er. So sollten die Bemü­hungen von St. Gallen-Bodensee Tourismus nicht nur auf Gäste aus dem Fernverkehr, sondern auch stärker auf Einheimische ausgerichtet werden. Auch der Geschäftsreisetourismus sei wichtig für mittelgrosse Städte wie St. Gallen. «Da habe ich bei uns bis jetzt das Feuer aber noch nicht wirklich gespürt.» Die Ausgangslage sei gut für Destinationen wie St. Gallen: Städtereisen seien im Kommen, auch Rundreisen mit Auto, Bahn oder Velo immer beliebter. «Wir sind anhand der aktuellen Trends top posi­tioniert», sagte Kirchhofer. Das schlägt sich auch auf die Zahl der Logiernächte im laufenden Jahr nieder (siehe Zweittext).

St. Gallen fehlt als Begriff

Trotz guter Ausgangslage und zufriedenstellender Zahlen gebe es aber viel zu tun, vor allem beim «Schärfen der Marke». Kirchhofer präsentierte die Ergebnisse einer Umfrage, im Rahmen derer mehrere hundert Personen nach Assoziationen zu Tourismus in der Ostschweiz befragt wurden. Die meistgenannten Antworten: Bodensee, Wandern, Sport und Berge. «St. Gallen als Begriff und Marke fehlt aber.»

Potenzial zur Musical-Stadt

Ziel sei es, künftig in Regionen wie Stadt St. Gallen, Rorschach, Rheintal und Fürstenland zu denken und so zu kommunizieren. Ähnlich sieht’s bei Assoziationen zur Kultur in der Ostschweiz aus. «Hier haben wir Potenzial, das Theater St. Gallen als Musical-Standort zu positionieren», sagte Kirchhofer und ergänzte: «Wir sollten uns auf etwas konzentrieren, das sich auszahlt.»

Auch intern gibt es bei St. Gallen-Bodensee Tourismus einige Baustellen. «Die Unzufriedenheit in den einzelnen Regionen vom Fürstenland bis ins Rheintal ist spürbar.» Diese fühlten sich stellenweise zu wenig wahrgenommen. Hier will Kirchhofer Gegensteuer geben, indem die regionale Systematik stärker berücksichtigt wird. Auch die Struktur der Tourismusorganisation sei nicht über jeden Zweifel erhaben: «Wir haben eine verändernde Aufgabenstellung, aber eine starre Organisation». Hier gehe es darum, sinnvolle Koopera­tionen mit verschiedenen re­gionalen Partnern einzugehen. «Wir sind nicht an einem Punkt, der nach einer strategischen 180-Grad-Wende verlangt», sagte Kirchhofer, «wir müssen aber anfangen, über Grenzen hinaus zu denken.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.