Marktstübli muss bleiben

«Büros statt Marktstübli», Ausgabe vom 18. Oktober

Alex K. Fürer Kirchstrasse 3, 9200 Gossau
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«Büros statt Marktstübli», Ausgabe vom 18. Oktober

Das darf doch nicht wahr sein! Mit einem um einige tausend Franken höheren Mietertrag einer städtischen Liegenschaft brüskiert der Stadtrat diverse der 183 Gossauer Vereine und liquidiert ohne Konsultation der Betroffenen nach rund 30 Jahren das beliebte Marktstübli.

Anfang der 1980er-Jahre, während der Total-Renovation des alten Gemeindehauses, unterbreiteten die Verkehrskommission und der Ortsbürgerrat Gemeindeammann Johann C. Krapf, im Parterre (ehemaliges Postbüro) einen Mehrzweckraum für die Vereine zu schaffen für ihre kulturellen und sozialen Aktivitäten. Weiter sei der erste Stock so auszubauen, dass die Bibliothek mehr Raum bekäme. So entstanden das beliebte Marktstübli und die Volksbibliothek.

Die Behörden haben später noch dem Einbau einer Küche und einer Ventilationsanlage zugestimmt. Vereine und Organisatoren von Grossanlässen haben die Lokalitäten rege benützt. Hauptversammlungen, Chläusler und Mai-Markt, Fasnachtskomitee, Gassenchlöpfer, Metzgete, Lotto-Matches, Weihnachtslauf, Musikfest, Jodlerfest und der beliebte Mittagstisch sind nur einige Veranstaltungen aus der grossen Benutzerliste. Diese gut ausgerüstete, rollstuhlgängige und zentrale Lokalität für die Vereine soll mit der Begründung eines höheren Mietertrages ersatzlos liquidiert werden. Das darf einfach nicht wahr sein!

Beim geplanten Umbau des Marktstübli in Büros handelt es sich nicht, wie bis jetzt angenommen, um Büros für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), sondern um die Verlegung des Sozialberatungszentrums (SBZ) Flawil, das mit der Kesb zusammenarbeitet, nach Gossau. Die Verbesserung der Zusammenarbeit der zwei Organisationen kann problemlos auch realisiert werden, wenn das SBZ seine Büros etwa im «Perron 3» oder in den vorübergehend durch die Raiffeisenbank belegten Büros in der Überbauung Ringstrasse aufschlagen wird.

Es brauchte heftige Reaktionen aus der Bürgerschaft, bis der Stadtrat reagierte und zu einer Besprechung einlud. Ich erwarte am 14. November Informationen und vor allem Zusagen für die Weiterführung des Marktstübli.

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