MARKTSTÜBLI: «Andere Räume gibt es in Gossau nicht»

Nur wenn das Marktstübli rege genutzt wird, wird die Stadt es erhalten. Auf Initiative von Tavola findet nun ein Tag der offenen Tür statt – nicht ganz uneigennützig.

Angelina Donati
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Diesen Samstag wird Einblick in das Marktstübli und seine Infrastruktur gewährt. (Bild: Ralph Ribi)

Diesen Samstag wird Einblick in das Marktstübli und seine Infrastruktur gewährt. (Bild: Ralph Ribi)

Angelina Donati

angelina.donati@tagblatt.ch

Auf Druck der Bevölkerung entschied sich der Gossauer Stadtrat, das Marktstübli doch nicht in Büroräume umzufunktionieren. Bis Ende 2019 läuft jetzt eine Schonfrist: Im Frühling 2019 will sich der Stadtrat die Belegungszahlen anschauen und Bilanz ziehen. Wird das Lokal zu wenig genutzt, stehen die Chancen für den Erhalt schlecht.

Dem möchte Maria Schönenberger von Tavola entgegenwirken. Seit fast einem Jahr bietet sie jeden Montag im Marktstübli einen interkulturellen Mittagstisch an. Auf ihre Initiative findet diesen Samstag ein Tag der offenen Tür statt – mit Gulaschsuppe, Kaffee und Kuchen. Der Tavola-Chefin liegt viel daran, dass das Mietlokal nicht in Vergessenheit gerät. Nebst den Vereinen dürfen neu auch Private das Lokal mieten. «Die Idee des Anlasses ist, einen Einblick in den Raum und die Infrastruktur zu geben», sagt Maria Schönenberger. Seit das Marktstübli mit neuem Inventar und Schränken ausgestattet wurde (Tagblatt vom 13. April), lagert dort auch das Tavola-Team Küchenutensilien, die allen zur Verfügung stehen.

Maria Schönenberger sagt aber auch, dass der Anlass nicht ganz uneigennützig sei. Denn nur wenn das Marktstübli erhalten bleibe, könne auch Tavola weiter bestehen. «Andere Räume für unseren Mittagstisch gibt es in Gossau nicht», sagt sie. Das Marktstübli zeichne sich durch seine Rollstuhlgängigkeit und die zentrale Lage aus.

Team und Gäste zu einer Familie verschmolzen

Besonders für die ältere Generation sei es wichtig, nach draussen zu gehen und sich mit anderen Leuten gemeinsam zum Essen zu treffen. Am Tag der offenen Tür will Schönenberger das Angebot vorstellen. Von einem Überangebot könne nicht die Rede sein, sagt sie, angesprochen auf die weiteren Mittagstische, die in Gossau angeboten werden. Die Zahl an Gästen nehme sogar zu. Aktuell bekocht das siebenköpfige Freiwilligenteam im Marktstübli jeweils 26 bis 40 Leute. Es handle sich dabei um die unterschiedlichsten Gäste – von Jung bis Alt. «Wir sind wie zu einer Familie zusammengewachsen. Sobald mal jemand fehlt, wird bereits nach ihm gefragt.» Mittlerweile würden die ersten Gäste bereits um 11 Uhr eintreffen. Um genügend Zeit zu haben, miteinander zu plaudern.

Tag der offenen Tür

Marktstübli, diesen Samstag, 10 bis 16 Uhr, Gutenbergstrasse 8

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