Marktplatz: Endlich entscheiden

«Wühlen im Scherbenhaufen», 19.9.2012

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«Wühlen im Scherbenhaufen», 19.9.2012

Die Chronologie der Marktplatz-Gestaltung inklusive Parkplatz-Thematik kann man nur mit folgendem Zitat beschreiben: «Der Beamte und der Philosoph beziehen ihre Stärke aus der Sachfremdheit.» Autor dieses Satzes ist Hermann Hesse. In Wirklichkeit ist die Situation noch weitaus desaströser einzustufen, weil: Einerseits konfrontiert sie die Bürger mit der provinziell Eigensinnigkeit, Entscheidungsträgheit der St. Galler politischen Gremien, inklusive Führung des Stadtbauamts. Sie sind ausserstande, einen Entscheid konstruktiv und speditiv durchzuziehen, der stadtplanerisch korrekt, benutzerfreundlich und umweltbewusst ist, das heisst autofreier Marktplatz ohne Tiefgarage Schibenertor, Renovation der jetzigen Marktstände (Rückbau des mobilen Marktstandes), Beibehaltung der Calatrava-Halle, keine aufwendige Neuorientierung der Bus- und Bahnlinien, attraktiv gestaltete Strassen- und Platzerneuerung und so fort. Anderseits ist offensichtlich keine stadtpolitische Instanz in der Lage, ein Machtwort gegen individuelle unternehmerische und Autolobby-Interessen zu sprechen. Es ist nicht auf dem Niveau einer Stadt wie St. Gallen, diesen «Scherbenhaufen» weiter vor sich hin zu diskutieren, wenn im Grunde genommen absolut klar ist, was dieser Platz braucht. Die Politik ist das nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt schon längstens schuldig, sondern auch allen Touristen, die wir so gerne schon lange auf einer der Stadt angemessenen Bühne begrüssen möchten.

Also fertig mit Diskussionen. Auf zu zeitgemässen und speditiven Entscheidungen.

Wolfgang Heyne

Achslenstr. 11, 9016 St. Gallen