Markteintritt gegen den Trend

Der St. Galler Taximarkt ist umkämpft. Urs Baldegger will sein Glück in dieser Branche trotzdem versuchen, mit dem Fokus auf «Sicherheit, Qualität und Umwelt».

Peter Brühwiler
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Einsatzbereit: Hybridmotoren für umweltbewusste Taxikunden. (Bild: Urs Bucher)

Einsatzbereit: Hybridmotoren für umweltbewusste Taxikunden. (Bild: Urs Bucher)

Die Stadt St. Gallen hat seit 1994 ein sehr liberales Taxireglement. Nachteilig wirkt sich dieses auf die Verdienstmöglichkeiten der einzelnen Taxifahrer aus. Denn statt wie vor 16 Jahren 42 verdienen in dem nicht unbedingt grösser gewordenen Taximarkt heute 162 Fahrer ihren Lebensunterhalt (Ausgabe vom 22. April). Der beinahe schrankenlose Marktzugang hat aber auch seine Vorteile: Innovative Ideen, wie jene von Urs Baldegger beispielsweise, können leichter in die Tat umgesetzt werden.

Ein neuer Taxiunternehmer

Der Geschäftsleiter der Baldegger Automobile AG schwimmt gerne gegen den Trend. Es gebe bereits zu viele Autogaragen, sei er vor 15 Jahren gewarnt worden, als er sein Familienunternehmen gründete. «Heute», sagt er, «machen wir einen Umsatz von 40 Millionen Franken.» Auch von einem Einstieg in die Taxibranche würden dem St. Galler derzeit wohl viele abraten. Und trotzdem rollen ab Anfang nächsten Monats die ersten Baldegger-Taxis durch die Stadt.

Denn er ist überzeugt: «Es gibt einen Markt, wenn wir auf die Themen Sicherheit, Qualität und Umwelt fokussieren.»

Gelb auf schwarz prangen diese drei Schlagworte auf dem einsatzbereiten Honda Insight. Die Tatsache, dass es eben dieses Hybridauto im vergangenen Jahr zuoberst auf die Umweltliste des VCS geschafft hat, unterstreicht Baldeggers Ansprüche.

Die Grösse der neu formierten Taxiflotte ist derzeit noch überschaubar. Sieben Fahrzeuge hat Urs Baldegger umgerüstet. Drei davon werden in St. Gallen eingesetzt, die anderen in Wil, Herisau und Appenzell, wo die Baldegger-Gruppe Niederlassungen hat. Was die Zukunft anbelangt, ist der Geschäftsführer aber ganz unbescheiden. «In drei Jahren wollen wir das grösste Taxiunternehmen der Ostschweiz sein», sagt er.

Satellitenortung mittels GPS

Dabei setzt Urs Baldegger nicht nur auf umweltfreundliche Autos, sondern auch auf seine in der Ostschweiz einzigartige Taxizentrale. Deren Software ermöglicht die Satellitenortung der Autos mittels GPS. «Weil wir immer wissen, wo sich unsere Taxis befinden», erklärt er, «können wir den Einsatzplan sehr effizient gestalten und umweltbelastende Leerfahrten minimieren.» Laut Baldegger gibt es in der Branche bereits Interessenten, die sich der Zentrale anschliessen wollen.

Ein Kapazitätsproblem muss er trotzdem nicht befürchten, schliesslich werden mit der gleichen Software gegen 1000 Autos durch die Strassen von London dirigiert.

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