Mangelnde Sprachkenntnisse

Das Gossauer Stadtparlament erteilte an der Dienstagsitzung 75 Personen das Orts- und Gemeindebürgerrecht. Die SVP-Fraktion stimmte geschlossen gegen die Einbürgerungen.

Rita Bolt
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gossau. Die vorberatende Kommission unter dem Vorsitz von Hanspeter Fröhlich (FDP) hat die vom Einbürgerungsrat vorgeschlagenen Gesuche geprüft. Es habe sich herausgestellt, dass eine zusätzliche Prüfung unabdingbar sei, sagte Fröhlich. Die Kommission habe die Dossiers der Gesuchstellenden studiert und den Vertretern des Einbürgerungsrates kritische Fragen gestellt.

Auf diesem Hintergrund könne die Einbürgerungskommission einen fundierten Antrag stellen und den Vorbehalt des «blind entscheiden müssen» ausräumen.

Anforderungen erhöhen

Nicht ganz zufrieden ist die Kommission mit den Sprachkenntnissen der Einbürgerungswilligen. Die Anforderungen seien zu tief angesetzt. Die Kommission werde sich dafür einsetzen, dass die Anforderungen bezüglich Sprachkenntnisse in Gossau angehoben werden.

«Aus Schulkreisen hören wir zudem, dass viele Kinder eingebürgerter Eltern unserer Sprache nicht mächtig sind, weil zu Hause offenbar in der Muttersprache gesprochen wird», sagte Fröhlich weiter. Diese Kinder müssten speziell unterrichtet werden. Dies sei nicht nur von Seiten der Integration problematisch, sondern koste auch noch viel Geld. Auch hier müsse der Hebel angesetzt werden.

Zwei Einbürgerungsgesuche hat die Kommission dem Einbürgerungsrat zurückgewiesen, weil noch weitere Abklärungen zu tätigen seien.

Keine Identifikation

Zu den Einbürgerungen meldete sich einzig die Fraktionspräsidentin der SVP, Claudia Martin, zu Wort. Sie sagte, dass die SVP-Fraktion gegen die Einbürgerungen stimmen werde.

Sie begründete: Die Einbürgerungswilligen würden grösstenteils ihre bisherige Staatsbürgerschaft behalten und seien nach erfolgter Einbürgerung Doppelbürger. Für die SVP zeuge diese Haltung nicht von einer Identifikation mit dem neuen Heimatland Schweiz.