Man weiss, woran man bei Thomas Müller ist

«Der Islam hat hier nichts verloren», Ausgabe vom 15. September

Paul Frei, Wachsbleichestrasse 75b
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Die Weltanschauung des Rorschacher Stadtpräsidenten ist seit Jahren bekannt. Als Politiker äussert er sich unzweideutig, und man weiss, woran man ist. Ihm geht jedes Neusprech ab, und wer ihn wählt, wählt ihn bewusst. Das waren in Gemeinde und Kanton nicht wenige, sonst wäre er nicht das, was er ist. Seine lautstarken Kritiker sind bei Gelegenheit zwar auch da. Sie teilen Schimpf und Schande aus, verschweigen aber eine einfache Tatsache. Wo waren sie denn in den letzten Wahlen? Weshalb stellten sie sich nicht dem demokratischen Wahlkampf und kandidierten zum Beispiel als Stadtpräsident, wozu man ja nicht in Rorschach leben muss? Klipp und klar hätten sie den Bürgern eine politisch korrekte Alternative zum bösen Mann bieten können. Aber sie waren nicht da. Da kommt dieses Interview des Stadtpräsidenten doch sehr gelegen. Nun können die Guten und Gerechten wieder hervortreten. Sie belehren uns, was man sagen und denken darf und was nicht. Wer also den Islam ins Morgenland wünscht, ist in dem Moment ein vermaledeiter Rassist, in dem er es sagt. Und ein absolutes No-Go ist, das geliebte Kampfwort «Rassist» aufzuweichen. Wehe dem, der den Kritiker der Zuwanderung und des Asylwesens nicht im gleichen Topf mit Adolf Hitler schmoren sieht. Über den kommt die verbale Höchst­strafe: Er wird öffentlich als menschenverachtend gebrandmarkt. Dahinter steckt Absicht. Unsere selbsternannten Guten und Gerechten himmeln die Gleichschaltung an. Alle, die nicht so denken, fühlen und handeln wie sie – sie sollen mundtot sein und mundtot bleiben. Dass ja niemand mehr zu sagen wage, was viele, ja die meisten, denken. Und da das nicht geht, kommt am Schluss ein Trump hoch, ein Brexit geht durch und der brave Thomas Müller wird rechts überholt werden.

Paul Frei, Wachsbleichestrasse 75b

9400 Rorschach