MAMMUTPROJEKT: Landtausch sichert Arbeitsplätze

Die Ortsgemeinde Goldach macht den Weg für zwei Projekte frei. Durch den Landabtausch im Gebiet Schuppis kann die Gerschwiler AG ausbauen und die Politische Gemeinde ihr Strassenprojekt umsetzen.

Rudolf Hirtl
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Die Eigentumsverhältnisse im Gebiet Schuppis vor dem Landabtausch. (Bilder/Visualisierungen: Marcel Muttner/Rudolf Hirtl)

Die Eigentumsverhältnisse im Gebiet Schuppis vor dem Landabtausch. (Bilder/Visualisierungen: Marcel Muttner/Rudolf Hirtl)

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl@tagblatt.ch

«Wenn Sie heute Abend Ihre Zustimmung geben, dann kann die Gerschwiler AG morgen ihr neues Kieswerk bestellen», sagt Rolf Heinzmann, Verwaltungsratspräsident der Goldacher Ortsbürger, an der ausserordentlichen Bürgerversammlung und sogt dafür in der Runde für Heiterkeit. Dies, obwohl das Thema durchaus von ernster Natur ist. Denn wie Heinzmann am Montagabend in der Aula ausführt, laufen die Gespräche mit dem Unternehmen für einen Landabtausch schon seit mehr als zehn Jahren. Die Diskussionen wurden abgebrochen, als die Politische Gemeinde ein Landumlegungsverfahren einleitete, um beim Thannäcker eine durchgehende Strassenverbindung zu ermöglich.

«Die Gerschwiler AG muss dringend erneuern. Sie plant einen Ausbau von 120 auf 350 Mitarbeiter. Dafür muss sie zusätzlichen Raum schaffen» mahnt Heinzmann und bekräftigt, dass ein optimale Lösung nur durch einen Landabtausch möglich wird. Nicht weniger als 190 Arbeitsstunden hätten die Ratsmitglieder in Gutachten und Ausarbeitung der 88 Vertragsseiten investiert. Die 145 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger würdigen bei den Abstimmungen nicht nur diesen Effort, sie sind auch vom Gutachten überzeugt und stimmen dem Tauschvertrag ebenso einstimmig zu, wie dem neuen Baurechtsvertrag.

Gewinn für Unternehmen und Gemeinde

Im Klartext heisst das: Die Ortsgemeinde überträgt 18759 Quadratmeter Land auf die Gerschwiler AG und übernimmt im Gegenzug von dieser 17828 Quadratmeter. Für die Minderfläche von 931 Quadratmeter ist kein finanzieller Ausgleich vorgesehen, weil die Ortsgemeinde bei der Landumlegung Thannäcker durch tiefere Kosten bei Erschliessung und Verfahren über 150000 Franken spart. Dem Umstand, dass die Ortsgemeinde grundsätzlich keine Grundstücke verkauft und Boden lediglich im Baurecht abgibt, kommt sie durch Bodenkäufe (5576 m2) im Gebiet Mühlegut nach. Ausserdem steigert die Ortsgemeinde ihre jährlichen Erträge aus Industrie-Baurechtszinsen durch Anpassungen um über 50000 Franken. Gewinner des Landabtausches ist nicht nur die Gerschwiler AG, die Investitionen und Erweiterungen nun auf einem zusammengeführten eigenen Grundstück ausführen kann, sondern auch die Politische Gemeinde. Und zwar durch die einfachere Umsetzung des Strassenprojekts Thannäckerstrasse, was die Chance zur Ansiedlung eines neuen Industriebetriebs erhöht und weitere Arbeitsplätze generiert. Auch die Bürgerinnen und Bürger selbst gewinnen, wie Rolf Heinzmann betont, zumal nun gute Voraussetzung für eine baldige Entlastung der Anwohner an der Rietbergstrasse vom Lastwagenverkehr gegeben sind.