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MAHNMAL: Blumen und Kerzen zum Gedenken

Vor dem Starbucks in der Marktgasse erinnern Bilder und ein Fussball an das Opfer der Messerattacke. Dass Unbeteiligte des Verstorbenen gedenken, hat laut Pfarrer Hansruedi Felix einen ganz einfachen Grund.
Vor dem Starbucks in der Marktgasse ist ein Mahnmal entstanden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Vor dem Starbucks in der Marktgasse ist ein Mahnmal entstanden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Normalerweise stehen Stühle und Tische vor dem Starbucks an der Marktgasse. Doch seit einigen Tagen säumen Blumensträusse, Kerzen, ein Fussball und mehrere Fotografien die Hauswand. Die Fotos zeigen den 22-Jährigen, der vorletzten Freitag angegriffen worden war. Letzten Dienstag verstarb das Opfer im Spital. Der Tatort ist zum Gedenkort geworden.

Passanten verlangsamen ihre Schritte oder bleiben stehen. Manche verweilen mehrere Minuten, einige wenige Sekunden. Dies sei eine Form der aktiven Teilnahme, sagt der evangelisch-reformierte Pfarrer Hansruedi Felix. «Wer von solch schrecklichen Dingen liest, ist betroffen und fühlt sich machtlos.» Gegen die Ohnmacht helfe, selber aktiv zu werden und, etwa mit Blumen, ein Zeichen zu setzen. Darüber hinaus habe das Mahnmal eine tröstende Wirkung auf die Angehörigen des Opfers: «Drücken Unbeteiligte ihre Gefühle aus, merken die Angehörigen des Opfers, dass sie mit ihrer Trauer nicht alleine sind.»

Eine ältere Dame im schwarzen Kleid verweilt besonders lange vor den Blumen und Kerzen. Ihr Sohn habe mit dem Opfer Fussball gespielt. Am Ort der Tat zu sein, wecke Erinnerungen an das Opfer. «Es ist ein wenig, als ob er hier wäre», sagt sie mit Tränen in den Augen. Sie selbst fürchte nun um ihre Kinder. «Es kann immer etwas passieren.»

Wie lange Mahnmal bleibt, ist offen

Laut der Filialleiterin ist unklar, wie lange Blumen und Kerzen bestehen bleiben. Im Moment sei es dem Team aber ein Bedürfnis, das Mahnmal zu pflegen.

Opfern öffentlich statt im Privaten zu gedenken, ist laut Felix eine menschliche Eigenart. «Auslöser dafür ist das Bedürfnis zur Bewältigung. Dazu kommt der durch den Verlust ausgelöste Schrecken.» Irgendwann verblasse beides. «Damit verschwindet auch das Bedürfnis, dem Opfer am Tatort zu gedenken.»37

Marlen Hämmerli

marlen.haemmerli@tagblatt.ch

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