Mäusemusical zum Abschied

Vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse – jedes Kind hat eine Rolle im Musical «Max und die Käsebande». Am Donnerstag wird die Open-Air-Produktion im Schulhaus Oberzil aufgeführt.

Mirjam Bächtold
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Es ist nicht einfach, 400 Kinder dazuzubringen, gleichzeitig still zu sein. Regisseurin Melanie Krejci muss mehrmals ins Megaphon rufen, bis ihr alle zuhören. Sie gibt letzte Anweisungen, dann huschen ein paar Mäuschen auf die Bühne. Es kann losgehen.

Es ist die erste Durchlauf-Probe des Musicals «Max und die Käsebande», das im Schulhaus Oberzil aufgeführt wird. Im Stück geht es um die Maus Maxima, genannt Max, die den Käsern aus aller Welt helfen muss.

Zwei Bösewichte wollen nämlich alle Milch aus dem Königreich Käsien für ihren geschmacklosen Einheitskäse verwenden. Das passt den Mäusen gar nicht. «Wir haben dieses Stück gewählt, weil es thematisch passt. Wir hatten selbst einmal Mäuse im Schulhaus», sagt Heide Pusch, musikalische Leiterin des Musicals.

Schulleiter spielt mit

Zudem gehe es im Stück um einen König, der pensioniert wird. «Wie unser Schulleiter August Sauter», sagt Pusch. Also spielt dieser den König gleich selbst.

Das Stück ist ein Abschiedsgeschenk für Sauter. Er war 21 Jahre lang Schulleiter im Oberzil und während 44 Jahren Lehrer in der Stadt. Im Musical wird er sich von den Schülern und Lehrern verabschieden.

Die anderen Rollen wurden von der Regisseurin und Theaterpädagogin Melanie Krejci unter den Kindern verteilt. «Sie wollten ein Casting, weil sie das von solchen Shows aus dem Fernsehen kannten», sagt sie. Im Schulhaus gibt es einen eigenen Chor mit 50 Kindern. Diese spielen die grösseren Rollen, die anderen Schüler tanzen oder treten als Statisten auf.

«Vor der Rollenverteilung machten wir Improvisationsübungen, damit ich sah, wie viel die Kinder sich getrauen», sagt Krejci. Auch gesanglich und vom Charakter mussten die Schüler zu den Rollen passen.

Wenn auch nicht alle eine Hauptrolle haben, so ist trotzdem jedes der circa 400 Kinder vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse einmal auf der Bühne zu sehen. Begleitet werden sie beim Singen von Profimusikern der städtischen Musikschule.

Herausforderung für Lehrer

Diese grosse Anzahl an Darstellern ist eine logistische Herausforderung für die Lehrpersonen. «Sie müssen jedes Kind im richtigen Moment zum richtigen Auftrittsort bringen», sagt Krejci. Auch das Wetter könnte zur Herausforderung werden: Das Musical ist eine Open-Air-Produktion. Die Premiere musste vom Mittwoch auf Donnerstag verschoben werden. Nun hoffen die Mäuse, dass es dann keine Katzen hagelt.

Aufführungen: Donnerstag, 19.30; Freitag, 10 und 19.30.

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