LUTZENBERG: Nein zur Rathaussanierung

Auch im zweiten Anlauf will die Bürgerschaft von einer Gemeindehaussanierung nichts wissen.

Gert Bruderer
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Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren hat Lutzenbergs Bürgerschaft zum ersten Mal zu einer Aussenrenovation des Gemeindehauses sowie einer Platzgestaltung Nein gesagt. Diesmal legte der Gemeinderat zwei neue Varianten vor, mit einer beträchtlichen finanziellen Differenz zwischen den beiden. Auch diesen Vorschlägen blieb die erhoffte Zustimmung der Lutzenberger verwehrt. Die Bürgerschaft hat sowohl die günstigere Variante (857000 Franken) als auch die teurere (1,059 Mio. Franken) abgelehnt.

Immerhin: Mit einer Zustimmungsrate von 47,22 Prozent für die günstigere Variante scheiterte die Vorlage recht knapp. 187 Stimmberechtigte stimmten mit Ja, 209 sagten Nein. Chancenlos blieb Variante zwei, mit 304 Nein- und nur gerade 78 Ja-Stimmen. Das Ergebnis erstaunt Gemeindepräsident Werner Meier, zumal der Sanierung vor der Abstimmung keine Opposition erwuchs. Nicht einmal vereinzelt wurden kri­tische Stimmen laut, niemand sprach sich öffentlich gegen die Vorlagen aus.

Werner Meier sagt, zwei mögliche Ablehnungsgründe seien ihm zugetragen worden. Manche hätten sich offenbar den Landabtausch, obschon in der Vorlage klar beschrieben, am falschen Ort vorgestellt. Andere sollen der Auffassung sein, eine Erneuerung lohne sich nicht, zumal Lutzenberg sowieso einer Gemeindefusion entgegensehe.

Ergebnis analysieren, Eile ist nicht geboten

So oder so kann der Gemeindepräsident sich nicht wirklich ­einen Reim auf das Ergebnis machen. Dringender Handlungsbedarf besteht jedenfalls nicht. Das Gemeindehaus ist innen gut im Schuss, die Räume sind schön, nur die Energiebilanz sei halt nicht mehr so, wie sie sein sollte, sagt Meier. Dem Teilzonenplan Tobel wurde zugestimmt. 301 Bürger sagten Ja, nur 76 lehnten ihn ab. Die Stimmbeteiligung bei den kommunalen Vorlagen beträgt 46,4 Prozent und liegt somit 4,5 Prozent tiefer als bei der Abstimmung über die drei Bundesvor­lagen.

Gert Bruderer