Lokremise: 290 000 Franken weniger

Der Kanton halbiert seinen Beitrag ans Kulturzentrum Lokremise um 290 000 Franken. Im Rahmen der Diskussion des dritten Entlastungsprogramms für den kantonalen Haushalt lehnte das Parlament gestern den Antrag von FDP-Kantonsrat und Stadtpräsident Thomas Scheitlin ab, «nur» 190 000 Franken zu sparen.

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Der Kanton halbiert seinen Beitrag ans Kulturzentrum Lokremise um 290 000 Franken. Im Rahmen der Diskussion des dritten Entlastungsprogramms für den kantonalen Haushalt lehnte das Parlament gestern den Antrag von FDP-Kantonsrat und Stadtpräsident Thomas Scheitlin ab, «nur» 190 000 Franken zu sparen.

«Ein dreibeiniges Pferd»

Die Lokremise habe sich in den ersten beiden Betriebsjahren gut etabliert. 2012 hätten rund 70 000 Personen das spartenübergreifende Programm besucht, was einer Steigerung um rund zehn Prozent entspreche. Die Halbierung des kantonalen Beitrags treffe das Projekt in der Startphase. Die weitere Bespielung der Kunstzone sei so gefährdet. Nach der Sparübung gleiche das Projekt einem dreibeinigen Pferd, begründete Scheitlin seinen Antrag. Dieser «kulturelle Leuchtturm Lokremise» lebe aber vom Gesamtkonzept.

Die Kunst in der Lokremise sei mit einer Halbierung des kantonalen Jahresbeitrags nicht zu halten, befürchtete auch Markus Bollhalder (CVP, St. Gallen). Und Agnes Haag (SP, St. Gallen) doppelte nach: Der «radikale Schnitt» gefährde nicht nur den Betrieb der Lokremise. Die Motivation privater Geldgeber werde so auch nicht gross sein, einzuspringen.

Klares Resultat

Karl Güntzel (SVP, St. Gallen) votierte für ein Festhalten an der ganzen Kürzung. Die Lokremise werde es auch so schaffen. Marlen Hasler (CVP, Widnau) votierte für ihre Fraktion ebenfalls für die volle Streichung. Zur Gesundung der Kantonsfinanzen müsse man jetzt Schwerpunkte setzen. Der Antrag Scheitlin hatte keine Chancen und wurde mit 39 Ja zu 70 Nein bei zwei Enthaltungen bachab geschickt. Damit werden der Lokremise die von der Regierung beantragten 290 000 Franken gestrichen.

Toggenburg geschont

Die Sparwirkung der Lokremisen-Massnahme für den kantonalen Haushalt beträgt allerdings nur 170 000 Franken. Die anderen 120 000 Franken werden dem Lotteriefonds weniger belastet. Der Hinweis, dass also eine weniger starke Sparaktion zu verantworten sei, verfing bei der Lokremise nicht. Im Gegensatz zur Klangwelt Toggenburg: Ihr Beitrag sollte um 100 000 Franken gekürzt werden. Mit Stichentscheid des Präsidenten hatte der Kantonsrat hier aber ein Einsehen. Gestrichen wurden die 60 000 Franken, die den Kantonshaushalt tatsächlich entlasten. Die 40 000 Franken aus dem Lotteriefonds sollen trotzdem fliessen. (vre)