Lokalspitz

Folgen falsch verwendeter Freizeit Waren das noch Zeiten, als man noch wusste, was richtig und was falsch ist. Auf Mittwoch, den 18. November 1964, kündigte der Veranstaltungskalender des St. Galler Tagblatts folgenden Vortrag an: «20.15 Uhr, Schulhaus Krontal, Elternschule St.

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Folgen falsch verwendeter Freizeit

Waren das noch Zeiten, als man noch wusste, was richtig und was falsch ist. Auf Mittwoch, den 18. November 1964, kündigte der Veranstaltungskalender des St. Galler Tagblatts folgenden Vortrag an: «20.15 Uhr, Schulhaus Krontal, Elternschule St. Gallen, Fräulein Dr. H. Seiler: Folgen falsch verwendeter Freizeit.» Da wussten Erziehungsberechtigte einfach noch, woran sie waren. Der Titel ein leuchtendes Beispiel an Transparenz und schieres Gegenteil räucherstäbchen- und kuschelpädagogikgetränkter Schönfärberei.

Nein, nein, keine Angst. An dieser Stelle wird sich nun niemand für die Wiedereinführung des Fräulein-Status aussprechen. Obwohl, der Verlust des «Fräulein Doktor»-Titels… Aber gut. Wäre es hingegen nicht möglich, diese «Elternschule» wieder einzuführen? So eine, wo den Mamis und Papis ein für alle Mal gesagt wird, was ihnen blüht, wenn der Nachwuchs seine Freizeit komplett falsch verwendet? Wie dumm das rauskommt, wenn er zu viel surft, videospielt, trinkt, raucht, kifft, prügelt, Flaschen zerschlägt und mit luschen Kollegen rumhängt? Und, noch viel wichtiger, wie es geht, ihn davon abzuhalten und dazu zu bringen, das Richtige zu tun: lesen, in einem Chor singen, Pfadiführer sein, Handball und Handorgel spielen?

Mal kurz nachschauen, wie denn so ein Kurs heute heisst. Wohl etwas in dieser Richtung: «Elternbildung St. Gallen, Monika Klöti Fernandez (Name geändert), Erziehungscoach und Mentaltrainer: Halt geben, ohne einzuengen – Loslassen, ohne aufzugeben.» Und nein, an dieser Geschichte ist praktisch nix erfunden. (oh)