Lokalspitz

Augenschein im Schrumpfpärkli Das Graben im Grabenpärkli ist beendet. Die Baumaschinen sind abgezogen. Im kleinen Dreieck rund um Signers Fassbrunnen ist Ruhe eingekehrt.

Merken
Drucken
Teilen

Augenschein im Schrumpfpärkli

Das Graben im Grabenpärkli ist beendet. Die Baumaschinen sind abgezogen. Im kleinen Dreieck rund um Signers Fassbrunnen ist Ruhe eingekehrt.

Doch welche Ruhe? Verdutzt und hungrig stöckeln die Tauben durch ihr früheres Eldorado, in welchem sie einst so reichlich Futter fanden. Ebenso erstaunt stellt der Stadtwanderer fest, wie klein die Freifläche plötzlich wirkt. Ob das wirklich nur an der noch fehlenden Bepflanzung liegt? Oder ob doch mehr angeknabbert wurde, als man ursprünglich dachte? Jedenfalls trägt das kleine Gebilde nun zu Recht den Namen «Pärkli». Man könnte es auch Schrumpf- oder Knabberpärkli nennen.

Wie es dazu gekommen ist? Brauchten die Autos so viel mehr Platz? Oder handelt es sich um eine heimliche Attacke auf Roman Signers Brunnen, dem ziemlich viel Umschwung abhanden gekommen ist? Möglicherweise hat auch einfach die Lust der Platzgestalter auf ordentliche, klare Linien durchgeschlagen.

So sind die Bänkli nicht mehr rund ums Grabenpärkli angeordnet, sondern säumen in einer einzigen langen Linie dessen Westseite. Schnurgerade aufgereiht, wie im Militär, werden wir da künftig sitzen. Die Bänkli wiederum bestehen aus einem Röhrenrost, so dass man sich wie auf dem «Stängeli» fühlt. Genauso wie die Tauben, die sich etwas weiter oben auf einem Kabel aufgereiht haben.

Im Internet-Lexikon Wikipedia ist zu lesen: «Platzgestaltung bedeutet im städtebaulichen Zusammenhang die architektonische Konstruktion, Anlage und Strukturierung von urbanen Freiflächen.» Genau so sieht das Grabenpärkli heute aus: konstruiert, strukturiert, urbanisiert. (J. O.)