Lokale Wahlen als Kür

Am kommenden Wochenende wählen die Stimmbürger ein neues Stadtparlament, den Stadtrat und den Stadtpräsidenten. Der Wahlkampf der Parteien mobilisiert allerdings nur begrenzt. Die Stimmbeteiligung dürfte tiefer sein als vor vier Jahren, sagt Stephan Wenger, Sekretär des städtischen Stimmbüros.

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Stephan Wenger Sekretär des städtischen Stimmbüros Bild: Benjamin Manser (Bild: Benjamin Manser)

Stephan Wenger Sekretär des städtischen Stimmbüros Bild: Benjamin Manser (Bild: Benjamin Manser)

Am kommenden Wochenende wählen die Stimmbürger ein neues Stadtparlament, den Stadtrat und den Stadtpräsidenten. Der Wahlkampf der Parteien mobilisiert allerdings nur begrenzt. Die Stimmbeteiligung dürfte tiefer sein als vor vier Jahren, sagt Stephan Wenger, Sekretär des städtischen Stimmbüros.

Wie viele der rund 45 000 Stimmberechtigten in der Stadt haben ihre Unterlagen retourniert?

Bis gestern sind 8605 Stimmcouverts bei uns eingegangen, also etwas mehr als 19 Prozent. Hochgerechnet dürfte die Stimmbeteiligung am Ende bei etwa 40 Prozent liegen. Für die städtischen Wahlgänge dürfte dieser Wert geringer ausfallen.

Was ist da Ihre Prognose?

Bei den Stadtparlamentswahlen erwarte ich eine Stimmbeteiligung von 31 bis 32 Prozent. Bei der Wahl des Stadtrats und des Stadtpräsidenten gehe ich von je 36 bis 37 Prozent aus.

Ist das viel oder wenig, verglichen mit den Wahlen vor vier Jahren?

Dieser Wert ist eher tief. Auch damals gab es gleichzeitig drei eidgenössische Sachabstimmungen. Die Stimmbeteiligung lag bei rund 45 Prozent, beim Stadtparlament waren es 34,4 Prozent. Für die Stadtrats- und Stadtpräsidentenwahl gab es damals noch keine separaten Wahlzettel, sie wurden auf die Rückseite des Stimmzettels für die eidgenössischen Vorlagen gedruckt. Das ist inzwischen nicht mehr erlaubt.

Wie gross ist der Aufwand für das Stimmbüro?

Sehr gross. Wir verfügen über einen Stamm von rund 140 Personen. Von diesen unterstützen uns 100 an diesem Wahl- und Abstimmungswochenende. Diesmal werden fast alle im Einsatz sein. Zum Vergleich: Bei einer normalen Abstimmung braucht es etwa 15 Personen.

Ist das bei allen Wahlen so?

Nein. Wenn wir es mit dem Eiskunstlaufen vergleichen, sind die Nationalratswahlen die Pflichtübung, die Kantonsratswahlen das Schaulaufen und die Stadtparlamentswahlen die Kür.

Müssen Helferinnen und Helfer speziell geschult werden?

Nur jene, welche die veränderten Stimmzettel für die Parlamentswahlen erfassen und die Listen bereinigen. Sie müssen die Namen manuell ins System eintragen. Für sie gibt es zwei Schulungsabende. (dag)