Lokale Betriebe fordern Bauland

Aus dem landwirtschaftlich genutzten Gebiet Hofen Süd in Wittenbach soll eine Industrie- und Gewerbezone werden. Ein Vorhaben, das die Wittenbacher Betriebe begrüssen. Denn in der Gemeinde herrsche ein Notstand an Bauland.

Nina Rudnicki
Drucken
Teilen

WITTENBACH. In Wittenbach braucht es mehr Platz für Betriebe. Bestens dafür eignen würde sich das entlang der Arboner Strasse gelegene Gebiet Hofen Süd. Davon zeigt sich nicht nur Gemeindepräsident Fredi Widmer überzeugt. Auch die Grundeigentümer, Andy und Sandra Ackermann, sowie lokale Unternehmer sprechen sich für eine Umzonung des bislang landwirtschaftlich genutzten Gebietes in eine Industrie- und Gewerbezone aus. Anfang Woche haben sich Vertreter der am Bauland interessierten Firmen PP Autotreff, HRS und Tecti AG bei den Ackermanns getroffen, um über die aktuelle Situation zu diskutieren. Denn das Referendumskomitee «Nein zum Teilzonenplan Hofen Süd» hat bereits mit dem Unterschriftensammeln begonnen (Tagblatt vom 8. Februar).

Dreimal pro Jahr mähen

«Wir wollen den Bauern das Land ja nicht wegnehmen», sagt Sandra Ackermann. «Aber unser Boden wurde vor 14 Jahren zum letztenmal landwirtschaftlich genutzt. Heute wird die Wiese einzig noch drei- bis viermal pro Jahr gemäht.» Auch die Scheune, die auf dem Land stehe, sei in einem schlechten Zustand und für die Landwirtschaft nicht mehr brauchbar. Daher könne sie die Argumentation des Referendumskomitees nicht verstehen, dass hier wertvolles Kulturland zerstört werde. Raphael Vogel, Geschäftsleiter des PP Autotreffs, der gegenüber des Gebietes Hofen Süd liegt, sagt: «Als Firma sind wir auf das Bauland angewiesen, da wir dringend mehr Platz für die Ausstellungsräume und den Werkstattbetrieb brauchen.» Zudem sei geplant, die bereits bewilligte Aufstockung des bestehenden Gebäudes für Büros und eine Mitarbeiterkantine in den nächsten Monaten zu realisieren. «Wird das Land nicht umgezont, bleibt uns nichts anderes übrig, als Wittenbach zu verlassen und einen anderen Standort zu suchen.» 15 Arbeitsplätze sind es, die laut Vogel dann in der Gemeinde verlorengingen. Daher sei man auch seit längerem mit der HRS in Kontakt, die für einen Teil des Areals das Kaufrecht besitzt.

Neue Arbeitsplätze

«Es haben sich bereits drei weitere Wittenbacher Unternehmen an uns gewandt, die Platz brauchen», sagt Paul Somm von der HRS-Geschäftsleitung. Es sei schon jetzt klar, wer in die Gebäude ziehen wolle. Es handle sich also nicht um eine Umzonung auf Vorrat, sondern vielmehr um die Abdeckung einer Nachfrage. Zeitgleich könnten zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Auch die Firma Tecti AG möchte 8000 Quadratmeter des Landes kaufen. Hansruedi Sonderegger von der Bauherrenvertretung sagt: «Das Interesse und die Notwendigkeit besteht. Das zeigt sich schon alleine daran, dass auch wir drei lokale Betriebe als Interessenten haben.» Zudem komme es ja nicht überraschend, dass das Gebiet umgezont werden soll. «Die Aktion ist seit langem mit dem damaligen Gemeindepräsidenten Albert Etter besprochen und geplant worden.» Am 6. März führt der Gewerbeverband eine Aussprache mit Gemeindepräsident Fredi Widmer durch. «Wir werden betonen, wie wichtig die Umzonung für die ortsansässigen Betriebe ist», sagt PP-Autotreff-Chef Vogel. «Man muss uns diese Chance geben und etwas dafür tun, dass Wittenbach bleibt, was es ist.»

Umgeben von Betrieben

Die Einzonung mache auch aus raumplanerischer Sicht Sinn, sagt Somm. Denn nicht nur auf der gegenüberliegenden Strassenseite, sondern auch südlich und nördlich seien bereits Gewerbebetriebe angesiedelt. Zudem sei das Gebiet dank seiner Lage bereits gut erschlossen. Vogel ergänzt, dass die Umzonung keinen Mehrverkehr für Wittenbach zur Folge hätte, wie es das Referendumskomitee behaupte. «Meine Kunden kommen von Arbon her. Es würde eher Mehrverkehr geben, wenn ich meinen Standort in Richtung St. Gallen verlegen würde. Der Verkehr ginge dann durch ganz Wittenbach.»