Löwengehege vorerst nur Gerede

Die Bauarbeiten für die neue Löwenanlage im Walter-Zoo schreiten voran. Die Verzögerungen konnten dank des guten Wetters aufgeholt werden. Trotzdem ist die Eröffnung ein Jahr später als geplant.

Manuela Bruhin
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Der Bau des Savannenhauses im Walter-Zoo nimmt langsam Form an. (Bild: Michel Canonica)

Der Bau des Savannenhauses im Walter-Zoo nimmt langsam Form an. (Bild: Michel Canonica)

Kleine und grosse Maschinenfans kommen derzeit im Walter-Zoo voll und ganz auf ihre Kosten. Wo einst friedlich Ponys und Esel grasten, klafft ein riesiges Loch. Bagger schaufeln, es wird gegossen und gemauert. Anfang September wurden die Bauarbeiten für das Savannenhaus in Angriff genommen. «Wir hoffen, bis Weihnachten die Bodenplatten gegossen und die Mauern hochgezogen zu haben», sagt Zoo­direktor Ernst Federer.

Das Projekt des neuen Afrika-Schwerpunktes hat bereits seit Beginn mit Verzögerungen zu kämpfen. Ursprünglich hätte im Frühling 2013 Eröffnung gefeiert werden sollen. Die Kosten von 4,3 Millionen Franken zu stemmen, gestaltete sich jedoch als eine Herausforderung. Nebst Spenden und Unterstützungsbeiträgen konnte schliesslich die St. Galler Kantonalbank mit ins Boot geholt werden. Doch damit waren noch nicht alle Hindernisse aus dem Weg geräumt: Die Hangsicherung erwies sich als aufwendiger als geplant. «Es wollte nicht so, wie wir wollten», bilanziert Federer. «Schliesslich mussten wir eine Pfählung vornehmen.»

Nun scheint sich das Blatt jedoch gewendet zu haben, Petrus meint es gut mit dem Vorhaben im Walter-Zoo. «Dank des trockenen Wetters und des ausbleibenden Schnees konnten wir zügig vorwärtshalten», freut sich Federer. Sollte es weiterhin so laufen, kann das Savannenhaus im Sommer 2017 eröffnet werden. Die Löwenanlage wird dann gleich anschliessend in Angriff genommen. Ursprünglich war geplant, beide Häuser gleichzeitig zu erstellen. «Wir sind jedoch froh, von diesem Plan abgekommen zu sein», so Federer weiter. Denn: Die Baustelle wäre – nebst dem normalen Zoobetrieb – zu gross geworden. Die Baupiste wird von den Besucherströmen und dem Bauverkehr getrennt. Auch während der Zeltaufführungen läuft kein Bauverkehr. Federer: «Die Sicherheit der Besucher hat natürlich oberste Priorität.»

Das Verständnis seitens der Besucher sei sehr gross, wie Federer betont. Es sei wichtig, die Baustelle zwar abzusperren, jedoch weiterhin transparent zu gestalten. Beim damaligen Bau der Tigeranlage wurde eine Bauwand erstellt. Schnell stellten die Verantwortlichen des Zoos jedoch fest, dass die Besucher den Baufortschritt gerne mitverfolgen. Möglich wären deshalb im letzten Baudrittel auch Bauführungen. «Gerade auch Kinder finden das Ganze spannend», sagt Federer. Trotzdem werde darauf geachtet, dass die Besucher so wenige Einschränkungen wie möglich in Kauf nehmen müssen.

«Gossauer» Löwen kehren nicht zurück

Ein Teil der Tiere, die künftig in den beiden neuen Anlagen ihr Zuhause finden, wurden bereits ausgesucht. Die Fuchsmangusten sowie die Spornschildkröten leben schon seit vielen Jahren im Walter-Zoo. Daneben sollen auch verschiedene Reptilien angesiedelt werden. Da sich das Projekt um mehrere Jahre verzögert hat, sind nun die ehemaligen «Goss­auer» Löwen, welche in einem holländischen Zoo untergebracht sind, zu alt, um noch einmal zurückgeholt werden zu können. «Wir wollen ihnen einen Transport nicht mehr zumuten», sagt Federer. Stattdessen wird in anderen Zoos nach jüngeren Tieren gesucht. Das Ziel ist, ein Männchen und zwei Weibchen in der neuen Anlage unterzubringen. Eröffnet soll diese dann im Sommer 2018 werden.