Lösungen im Gespräch finden

Der TCS will auch 2011 aktiv sein, und zwar nicht nur bei den Serviceleistungen für Autofahrer, sondern auch politisch. In St. Gallen will er sich «gegen sinnlose und einseitige Massnahmen» gegen den motorisierten Individualverkehr wehren.

Reto Voneschen
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Die Neugestaltung der südlichen Altstadt (im Bild der Grüningerplatz) wurde erst durch Gespräche am runden Tisch möglich. (Bild: Urs Jaudas)

Die Neugestaltung der südlichen Altstadt (im Bild der Grüningerplatz) wurde erst durch Gespräche am runden Tisch möglich. (Bild: Urs Jaudas)

Mit rund 18 000 Mitgliedern ist die TCS-Regionalgruppe St. Gallen und Umgebung mit Abstand der grösste Verein der Kantonshauptstadt. Ausdrücklich will sie sich für die Interessen aller Verkehrsteilnehmer einsetzen, nicht nur für jene der Autofahrerinnen und Autofahrer. Wo 2011 die Schwerpunkte liegen sollen, hat Präsident Martin Würmli diese Woche an der Neujahrsbegrüssung der Regionalgruppe ausgeführt.

Abstimmung verloren

Verkehrspolitisch wichtigster Entscheid im letzten Jahr in der Stadt war das überraschend klare Ja des Stimmvolks zum Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung. Es verlangt Massnahmen, damit das Verkehrswachstum künftig vom öffentlichen und vom Langsamverkehr aufgenommen werden kann. Leider habe man den Abstimmungskampf um die Vorlage, die nichts anderes als die Plafonierung des motorisierten Individualverkehrs zum Ziel habe, verloren, bedauerte Regionalgruppen-Präsident Martin Würmli, der für die CVP auch im Stadtparlament sitzt.

Die Befürchtungen der Gegner der Vorlage seien aber richtig gewesen: Mit Verweis auf das Reglement seien schon 2010 links-grüne Forderungen eingebracht worden, die gegen den motorisierten Individualverkehr zielten. Ideen wie Road Pricing, Sperrung der Innenstadt oder Aufhebung sämtlicher Parkplätze lösten Probleme nicht. Der TCS werde sich auch in Zukunft gegen «sinnlose und einseitig gegen den motorisierten Individualverkehr gerichtete Massnahmen vehement wehren». Wenn die Unterstützer des Verkehrsreglements meinten, da habe sich nach dem Ja zum Verkehrsreglement etwas geändert, lägen sie völlig falsch.

Kompromisslösungen suchen…

Der richtige Weg, um Verkehrsprobleme zu lösen, ist für den Präsidenten der TCS-Regionalgruppe St. Gallen und Umgebung weiterhin die Suche nach Kompromissen. Gute Lösungen seien nur dann erreichbar, wenn alle Interessengruppen bereit seien, von eigenen Maximalforderungen abzurücken. Dass dieser Weg funktioniert, zeige das Beispiel der Neugestaltung der südlichen Altstadt. Dass diese heute so attraktiv aussehe, sei nicht zuletzt das Resultat der Altstadtrunde, eines runden Tisches mit Vertretern aller Betroffenen. Teilgenommen und eine aktive Rolle in den Verhandlungen gespielt habe damals auch der TCS.

…und sich daran halten

Beteiligt war die Regionalgruppe auch an der Aushandlung des Parkplatzkonsenses, der die Zahl der Parkplätze in der Innenstadt plafoniert. In langen und teilweise harzigen Diskussionen habe man auch da ein für die Stadt gutes Resultat gefunden. Jetzt müssten sich aber auch alle Gesprächspartner an diesen Kompromiss halten, mahnte Martin Würmli an der Neujahrsbegrüssung der TCS-Regionalgruppe. Das gelte gerade auch für den Bau der Parkgarage Schibenertor. Sie sei wesentlicher Bestandteil des Parkplatzkonsenses. Damit könne es nicht sein, dass dieses Projekt «von gewissen Kreisen» nun wieder in Frage gestellt werde.