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Locker gemaltes Netzwerk

Die Ausstellung «The Hood in miim Chopf» des Trogner Künstlers Mark Staff Brandl ist zugleich die letzte im Keller der Vadian-Bank. Zu sehen sind Menschen, die dem Künstler wichtig sind und die sein soziales Leben ausmachen.
Martin Preisser
Mark Staff Brandl bespielt den Gewölbekeller der Vadian-Bank mit 45 Porträts, unter denen sich auch viele Künstlerfreunde finden. (Bild: Ralph Ribi)

Mark Staff Brandl bespielt den Gewölbekeller der Vadian-Bank mit 45 Porträts, unter denen sich auch viele Künstlerfreunde finden. (Bild: Ralph Ribi)

Als «Mongrel Art» bezeichnet Mark Staff Brandl seine Kunst selbst, als Mischlingskunst. Der eingebürgerte Amerikaner mit Wohnsitz Trogen hat bereits für den Titel seiner extra für den Vadian-Keller konzipierten Ausstellung einen Mischlingsbegriff gewählt. Da trifft US-Slang auf Schweizer Mundart: «The Hood in miim Chopf», die Nachbarschaft in meinem Kopf.

Leichtfüssig

Fast wie ein Fries, zwischen Comic und Pop Art angesiedelt, zieren 45 Porträts die Wände. Manche Bekannte aus der Ostschweizer Kunstszene kennt man auf den locker und leichtfüssig wirkenden Bildern auf Anhieb. Aber da sind auch Menschen aus dem Dorf – Verkäuferinnen, Schüler, der Gärtner. Die Nachbarschaft im Kopf, da spielt Mark Staff Brandl mit den virtuellen Nachbarschaften, den «Freunden» auf Facebook etwa.

Auch seine Malerei ist mischlingshaft. Zuerst zeichnet er die Menschen, dann grundiert er mit Airbrush das Bild und lässt schliesslich Schriftmalerlack auf die Leinwand tropfen. Schnell, locker, spontan, aber genau und mit charakteristischer Physiognomie. So entsteht, mit Öl nachkonturiert, eine Art realistischer Comics.

Der Antipurist

Mark Staff Brandl belässt es nicht bei den Porträts. In Anlehnung an die Porträtmalerei der Renaissance und des Barocks gibt er auf einem zweiten Bild jedem Porträtierten ein Objekt bei, das diesen und sein Tun symbolisiert. Jeder von uns braucht sein kleines Dorf im Kopf und Gedanken an ein soziales Netzwerk, heute oft virtuell, gesünder aber wirklich real. Als Antipurist bezeichnet sich Mark Staff Brandl, der international arbeitet, mit diesen Bildern aber etwas eigenständig Lokales geschaffen hat, Köpfe, die ihm im Alltag begegnen, die ihn umgeben.

Er zeigt mit dieser sequenziell gestalteten Bildfolge Porträts voller Leichtigkeit, in einem für den Künstler ungewöhnlich kleinen Format und mit überraschend intimer Ausprägung. Die Arbeiten regen an, über das eigene Netzwerk in Kopf und Leben nachzudenken, über Menschen um einen herum, durch die man selbst erst Mensch ist.

The Hood in miim Chopf: Ausstellung bis 12. Juni, Mo–Fr 8.30–12.00/13.00–16.30, Vadian-Bank, Webergasse 8

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