Loch ist nicht gleich Loch

Leserbrief «Es gibt andere Mittel, Häuser zu beheizen», 10.8.2010 Ein Tagblatt-Leser sorgt sich um mögliche Risiken des Geothermieprojekts, das bald im St. Galler Stadtparlament behandelt wird.

Drucken
Teilen
Geothermiebohrturm, 2007 in Basel. (Archivbild: ky/Georgios Kefalas)

Geothermiebohrturm, 2007 in Basel. (Archivbild: ky/Georgios Kefalas)

Leserbrief «Es gibt andere Mittel, Häuser zu beheizen», 10.8.2010

Ein Tagblatt-Leser sorgt sich um mögliche Risiken des Geothermieprojekts, das bald im St. Galler Stadtparlament behandelt wird. Er ruft uns Stadtpolitiker und -politikerinnen dazu auf, an das Projekt in Basel zu denken, das wegen Erderschütterungen gestoppt werden musste. Statt Erdbohrungen sollten andere Mittel wie die Sonne für eine warme Stube genutzt werden.

Der Leser hat recht: Löcher in die Erde bohren ist mit Gefahren verbunden. Das sehen wir immer wieder bei der Erdölförderung wie ganz aktuell im Golf. Aber ein Loch ist nicht wie das andere, und das St. Galler Loch ist nicht mit jenem in Basel zu vergleichen. Am Rhein wurde in kristallinen Untergrund gebohrt, was zu den Erschütterungen geführt hat. Das kann in St. Gallen aufgrund einer anderen Bodenbeschaffenheit nicht passieren.

Das Geothermieprojekt ist keine Konkurrenz zur Kraft der Sonne, sondern eine Alternative zum schmutzigen Erdöl. Das St. Galler Parlament hat sich zum schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis ins Jahr 2050 entschlossen. Dazu kann die Geothermie einen wichtigen Beitrag leisten. Die Stadtparlamentarierinnen und -parlamentarier werden sich wie beim Atomausstieg auch intensiv mit dem Thema Geothermie beschäftigen und hoffentlich ebenfalls zu einem guten Entscheid kommen.

Das grösste Risiko wäre, die Hände in den Schoss zu legen und nicht nach neuen Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft zu suchen. Jenseits von Erdöl, jenseits von Atomkraft.

Thomas Schwager Stadtparlamentarier Grüne Cunzstrasse 19, 9016 St. Gallen

Aktuelle Nachrichten