Lobeshymnen auf den FCSG

«Eine enorme Leistung», «sensationell», «ein Highlight»: Die Stadtprominenz schwärmt vom Sieg des FC St. Gallen gegen Spartak Moskau im Europa-League-Playoff. Und die Frauenmannschaft hofft auf einen Batzen aus den Einnahmen.

David Gadze
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Die Spieler bejubeln den Treffer von Dejan Janjatovic zum 4:2. (Bild: Urs Bucher)

Die Spieler bejubeln den Treffer von Dejan Janjatovic zum 4:2. (Bild: Urs Bucher)

Einen Tag nach dem Sieg des FC St. Gallen gegen Spartak Moskau und der damit verbundenen Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League ist die Freude bei Politikern, Fussballern und anderen Stadtpromis gross. Kaum einer, der nicht zu Superlativen greift, wenn er auf die Leistung des FCSG angesprochen wird.

Spieler als Botschafter

Der Fussballclub wird den Namen seiner Stadt nach Europa hinaustragen. «Wir freuen uns über die Glanzleistung des FCSG», sagt Frank Bumann, Direktor von St. Gallen-Bodensee-Tourismus. «Die Fussballer sind exzellente Botschafter für St. Gallen, und wir hoffen, dass viele Fans der anderen Mannschaften den Weg an die Heimspiele finden werden.»

Von einem «Highlight» spricht Stadtrat Markus Buschor, Vorsteher der Direktion Schule und Sport. «Ich war überrascht und beeindruckt.» Er sei im Jahr 2000 am Spiel gegen Chelsea gewesen und könne sich deshalb vorstellen, wie die Stimmung in Moskau gewesen sei. Der Club sei ausserdem ein guter Botschafter für die «Sportstadt St. Gallen».

Einer, der bei der «Sternstunde» gegen Chelsea nicht nur dabei war, sondern sogar auf dem Platz stand, ist Marco Zwyssig. Welcher Sieg höher zu gewichten ist, sei schwierig zu sagen. Der Sieg von Donnerstag sei auf jeden Fall sehr hoch einzustufen. «In der Gruppenphase wird es bestimmt nicht einfach, aber ich traue dem FCSG den einen oder anderen Exploit durchaus zu», sagt der ehemalige Verteidiger. Die Mannschaft sei sehr stabil, was es bereits in der vergangenen Saison jedem Gegner schwer gemacht habe, gegen sie zu spielen. «Jetzt haben wir gesehen, dass das auch im internationalen Vergleich so ist.»

«Ich freue mich riesig», sagt Bettina Baer, die für die Frauenmannschaft des FC St. Gallen spielt. Sie habe das Spiel via Liveticker mitverfolgt und nach dem 1:0 für Spartak die Hoffnung auf ein Weiterkommen schon fast begraben. «Das Team hat aber gezeigt, wozu es fähig ist.» Schon in der vergangenen Saison habe es alle überrascht. In der Gruppenphase liege also noch mehr drin. «Und vielleicht bleibt von den Einnahmen ja auch ein bisschen Geld für die Frauenmannschaft übrig», sagt Baer mit einem Lachen.

Auch bei Stadtparlamentariern ist die Freude über den Erfolg des Teams gross. Der höchste St. Galler Marcel Rotach (FDP) spricht von einer «grossartigen Leistung», die er mit grosser Freude miterlebt habe. «Hoffentlich kann der FCSG als Botschafter der Region nun an alte Zeiten anknüpfen.»

Karin Winter-Dubs (SVP) wird in der Gruppenphase sogar an eines der Auswärtsspiele reisen: «Ich habe mit meinem jüngsten Sohn gewettet, dass St. Gallen gegen Moskau ausscheidet. Jetzt muss ich ihn an ein Auswärtsspiel begleiten.» Immerhin dürfe sie das Spiel aussuchen. «Wenn es möglich sein wird, würde ich am liebsten den Match gegen Swansea besuchen.»

Er sei begeistert. Vor allem von der Art und Weise, wie sich die Mannschaft diesen Erfolg erspielt habe, sagt Peter Boppart, CVP-Kantonsrat und Captain des FC Kantonsrat. Die Arbeit der vergangenen Jahre habe Früchte getragen. Es sei für die ganze Region «super», dass sich der FC St. Gallen nun wieder international präsentieren könne.

Shorts und Fellmäntel

Von einer «sensationellen Leistung» spricht auch Erich Weber, dessen Modehaus die Spieler und Funktionäre ausserhalb des Platzes einkleidet. «Nun müssen wir uns überlegen, für das Spiel gegen Valencia Shorts oder Bermudas herzustellen – oder Fellmäntel für das Spiel in Russland. Ich freue mich sich auf die Auswärtsspiele.»

Gratulationen erhält der FC St. Gallen auch vom SC Brühl. Vor eineinhalb Jahren habe man noch in der zweithöchsten Liga gegeneinander gespielt, blickt Präsident René Hungerbühler zurück. «Dass sich die Mannschaft jetzt für die Europa League qualifiziert hat, ist eine enorme Leistung. Das zeigt auch, dass die Verantwortlichen sehr gut gearbeitet haben.»