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LITTERING: Naturjuwel versinkt im Müll

Im Naturschutzgebiet Schuppis in Goldach liegt immer mehr Abfall herum. Für die Tiere ist das ein Problem. Nun ergreifen das Betreuerteam des Biotops und die Gemeinde Massnahmen: Polizei und Sicherheitsdienst sollen die unbekannten Täter erwischen.
Lisa Wickart
Im Naturschutzgebiet Schuppis werden Littering und Vandalismus immer mehr zum Problem. (Bild: Rudolf Hirtl/zVg)

Im Naturschutzgebiet Schuppis werden Littering und Vandalismus immer mehr zum Problem. (Bild: Rudolf Hirtl/zVg)

Lisa Wickart

lisa.wickart

@tagblatt.ch

Es herrscht ein Chaos: Glasscherben liegen auf der Wiese, Flaschendeckel schwimmen im Wasser und Plastikverpackungen säumen das Ufer. Das Naturschutzgebiet Schuppis in Goldach hat mehr denn je mit Littering und Vandalismus zu kämpfen. «So kann das nicht weitergehen», sagt Emil Knechtle, Mitglied des Betreuerteams des Biotops. Wöchentlich würden Unbekannte Abfälle jeglicher Art liegen lassen. «Wir haben in der Nähe sogar Exkremente gefunden.» Besonders am Beobachtungsplatz nahe des Clubhauses des Schiffsmodellclubs häuften sich Büchsen, Flaschen und Zigarettenstummel. Knechtle hat auch schon Spuren eines Lagerfeuers entdeckt. Zudem hätten sich Anwohner über Lärm beschwert. «Das Biotop kann so nicht mehr als Rückzugsgebiet für die Tiere funktionieren», sagt er. Das Gebiet stelle für Amphibien, Reptilien, Vögel, Insekten und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum dar. Isolierte Gebiete dieser Grösse würden sehr sensibel auf menschliche Störungen reagieren. Die Gefahr, dass die dort heimischen Tiere wie die Gelbbauchunke oder der Bergmolch die Abfallteile verschlucken, bestehe hingegen nicht.

Aufräumen muss das Chaos das Betreuerteam, welches sich normalerweise um den Unterhalt und die Pflege des Schutzgebiets kümmert. Dieses hat nun genug: «Diese Respektlosigkeit gegenüber der Natur können wir nicht tolerieren», sagt Knechtle. Das Team habe schon einiges versucht, um die Täter zu stoppen. «Einmal haben wir ein Plakat aufgehängt, ein anderes Mal haben wir den Müll einfach einige Tage liegen gelassen.» Genützt habe es nicht.

Zusammen mit der Gemeinde Goldach hat das Betreuerteam eine Lösung gesucht. Die Polizei und ein privater Sicherheitsdienst sollen nun das Problem lösen. «Sicherheitsleute kontrollieren unterdessen das Gebiet», sagt Bauverwaltungsleiter Ralph Gerschwiler. Das Ziel der Kontrollen sei herauszufinden, wer die Täter sind. Erst dann könne die Polizei konkret etwas tun. «Wir bitten zudem die Bevölkerung, die Augen offen zu halten», sagt Gerschwiler. Wer etwas sehe, solle aber nicht selbst eingreifen, sondern den Vorfall melden. «So werden die Täter vielleicht auf frischer Tat erwischt.»

Sich im Schutzgebiet aufzuhalten, sei generell kein Problem. «Das Biotop ist öffentlich zugänglich», sagt Knechtle. Es gebe jedoch gewisse Regeln. Im Gebiet herrsche Fahrverbot, Hunde seien an der Leine zu führen, Feuer seien verboten, Wege dürften nicht verlassen werden und Abfälle müssten selbstständig entsorgt werden.

Seit Kontrollen Problem im Griff

Auch in Rorschach ist das Litteringproblem bekannt. «Während der warmen Zeit wird vermehrt aufgeräumt und die Kübel oft gelehrt», sagt Sachbearbeiter der Stadtkanzlei Rorschach Marco Todeschini. Seitdem Sicherheitsdienst und Polizei am See patrouillierten, habe sich die Situation verbessert: «Durch die starke Präsenz haben wir Littering und Vandalismus im Griff.» Jeden Tag sei ein Beamter oder ein Sicherheitsmitarbeiter am Bodenseeufer unterwegs.

Je nachdem, wo der Abfall liege, räumten grundsätzlich Mitarbeiter des Werkhofs oder der Stadtgärtnerei auf. «Littering ist ein gesellschaftliches Problem unserer Zeit», sagt Todeschini. Es gebe immer wieder Fälle, dass Leute illegal grosse Möbelstücke wie Sofas an abgelegenen Orten oder sogar am Strassenrand entsorgen.

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